Hergestellt in Thüringen

Was ist Hopfenwasser? Das Trend-Getränk des Sommers kommt aus dem Osten

Eine kleine Brauerei in Thüringen hat Hopfenwasser auf den Markt gebracht, ein Erfrischungsgetränk für Bier-Fans. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

Author - Florian Thalmann
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Hopfenwasser könnte zum Trend-Getränk des Sommers werden – und es kommt aus Thüringen. Aber: Ist das ein Bier oder eine Limonade? Wir klären auf.
Hopfenwasser könnte zum Trend-Getränk des Sommers werden – und es kommt aus Thüringen. Aber: Ist das ein Bier oder eine Limonade? Wir klären auf.Illustration: Berliner KURIER

Was trinken wir dieses Jahr im Sommer, wenn der Appetit auf Bier groß ist, aber es kein Alkohol sein soll – und normales, alkoholfreies Bier nicht schmeckt? Die Antwort auf diese Frage, die gerade zur Fußball-WM wichtig werden könnte, könnte aus Thüringen kommen: Hier gibt es die Dreitürme-Brauerei in Bad Langensalza, in deren Werkstatt über Monate das „Hopfenwasser“ entstand. Was das ist und warum es das neue Trend-Getränk für den Sommer werden könnte.

Was ist Hopfenwasser und woraus wird es gemacht?

Hopfenwasser – das klingt im ersten Augenblick verdächtig nach Bier. Und tatsächlich ist die Dreitürme-Brauerei in Bad Langensalza in Thüringen vor allem für Bier bekannt. Doch das erfrischende Hopfenwasser verfolgt einen anderen Ansatz: Es handelt sich laut Berichten nicht um Bier, aber auch nicht um Limonade – sondern um ein Mineralwasser, das mit Hopfen aromatisiert wird.

Das klingt noch recht schnöde, passt aber ziemlich gut in den aktuellen Trend: Es wird laut einem Bericht des MDR immer weniger Bier verkauft, stattdessen steigt die Vielfalt an alkoholfreien Getränken. Und nicht nur der Alkohol fehlt im Hopfenwasser, auch Zucker und Kalorien stecken keine in der Flasche, heißt es.

Allerdings muss man Bier zumindest mögen, um Geschmack an dem Getränk zu finden. „Nichtbiertrinker können damit in der Regel wenig anfangen, weil sie den Hopfen nicht gewohnt sind“, sagt Alexander Schaller, der Chef der Dreitürme-Brauerei, dem MDR. „Aber jemand, der gern Bier trinkt, mag Hopfen und dadurch passt das wunderbar!“

Um Hopfenwasser zu mögen, muss man den Geschmack von Bier mögen. Es dürfte in Deutschland aber nicht schwierig sein, Bierliebhaber zu finden.
Um Hopfenwasser zu mögen, muss man den Geschmack von Bier mögen. Es dürfte in Deutschland aber nicht schwierig sein, Bierliebhaber zu finden.Michael Bihlmayer/imago

Er hat das Hopfenwasser entwickelt – und damit sogar schon die Konkurrenz neugierig gemacht. In einem Interview mit der  Berliner Morgenpost erzählte er, dass beim Werksverkauf seiner Brauerei sogar schon mal ein anderer Brauerei-Mitarbeiter stand, der genau wissen wollte, wie das Hopfenwasser hergestellt wird, sich aber erst spät zu erkennen gab. Eine Brauerei aus Österreich habe Proben bestellt. Eine Besonderheit, sagte Schaller. „Normalerweise interessiert sich keine andere Brauerei dafür, wenn ich eine neue Biersorte produziere.“

Wird Hopfenwasser das neue Trend-Getränk?

Bahnt sich da etwa ein echter Trend an, erfunden im Osten? Nicht ganz. In Amerika gab es den Trend schon länger, in Deutschland ließen die Brauer aber lange die Finger davon. Schaller aber wollte es wissen, experimentierte am Küchentisch und übertrug das fertige und für gut befundene Rezept dann auf die Herstellung im großen Kessel. Nun ist das Hopfenwasser auf dem Markt, die Flasche kostet 2 Euro. Erobert das Trend-Getränk jetzt ganz Deutschland im Sturm? Das wird sich zeigen.

Das erste alkoholfreie Bier kam aus dem Osten

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Getränke-Revolution aus einer Brauerei im Osten kommt. Die Älteren werden sich erinnern: Zu DDR-Zeiten wurde mit dem „AUBI“, dem „Autofahrer-Bier“, das erste alkoholfreie Bier in Deutschland entwickelt.

Der Hintergrund: In den Jahren zuvor war der Alkoholkonsum in der DDR drastisch gestiegen. Deshalb gab es eine Null-Promille-Grenze für Autofahrer. Die VEB Engelhardt-Brauerei in Berlin erfand, gefördert von der DDR-Regierung, das erste alkoholfreie Bier der DDR. Im Westen kam ein vergleichbares Produkt erst wesentlich später auf den Markt.