Frust am Bahnsteig: Fahrgäste am Bahnhof Gesundbrunnen versuchen, in einen überfüllten Regionalexpress zu steigen. dpa/Fabian Sommer (Archivbild)

Chaos mit Ansage, aber nun unter nochmals verschärften Bedingungen: Bei schweißtreibenden Temperaturen von 34 und mehr Grad in Berlin, Brandenburg und anderen Bundesländern suchten tausende am Sonnabend Abkühlung, wollten mit dem Regio raus aus der überhitzten Großstadt. Doch aus dem Ausflug am bislang heißesten Tag des Jahres wurde für viele Bahnreisende in Berlin, im Umland und anderswo der große Frust.

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RE1, RE3 und RE4: „wegen des außergewöhnlich hohen Fahrgastaufkommens“ konnten keine Fahrgäste zusteigen

Mit dem 9-Euro-Ticket in der Tasche hatten sich viele Menschen seit dem frühen Morgen an die Bahnsteige begeben. Doch viele Züge fielen aus, hatten Verspätung oder waren prallvoll. Die Bahn-Tochter DB Regio teilte am Samstag für Züge mehrerer Regionallinien wie RE1, RE3 und RE4 via Twitter beispielsweise mit, dass „wegen des außergewöhnlich hohen Fahrgastaufkommens“ keine Menschen mehr zusteigen und keine Fahrräder mitgenommen werden könnten. Auch weitere Regio-Verbindungen waren betroffen.

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Zu den Hintergründen teilte ein Bahnsprecher auf dpa-Anfrage mit, das 9-Euro-Ticket sei beliebt und führe dazu, dass mehr Menschen mit Bus und Bahn unterwegs seien. Aktuell beeinflussten in der Region Berlin und Brandenburg jedoch auch Baustellen sowie „ein leicht erhöhter Krankenstand“ die Qualität im Regionalverkehr, betonte er. Wegen kurzfristiger Krankmeldungen wurden Verbindungen gestrichen.

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Ein Sprecher des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hatte vor dem Wochenende auf Anfrage schon gesagt, dass sich Fahrgäste in beiden Bundesländern wieder auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen müssten wegen Personalengpässen und Baustellen.

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Die Rabattaktion mit dem 9-Euro-Ticket hatte Anfang Juni begonnen. Es soll Pendler unterstützen und außerdem helfen, neue Nutzer dauerhaft zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Über Pfingsten waren mehrere Regionalexpresslinien zur Ostsee verlängert worden, für die Ferien werden weitere Zusatzzüge geprüft; viele Reserven gibt es jedoch nicht.