Es geht um brisante Szenen im Duell 1. FC Union Berlin gegen VfL Bochum im Dezember 2024 in der Alten Försterei. Ein Fan verhält sich unfair, wirft aus dem Union-Fan-Block ein Feuerzeug, trifft den damaligen VfL-Torwart Patrick Drewes (33). Als unfairer Werfer nun vor Gericht: Marc P. (28), Anlagenmechaniker aus Rudow.
Aus 20 Metern Entfernung kommt das Feuerzeug geflogen
Der Staatsanwalt donnert: „Was der Angeklagte tat, ist ein absolutes No-Go, da ist eine rote Linie überschritten.“ P. saß am 14. Dezember 2024 im Union-Block. Spieltag 14 von 34. Mit 1:1 ging es in die Nachspielzeit. Der Bochumer Keeper hatte es nicht eilig, legte sich gemächlich den Ball zurecht. Fans aufgebracht. Bis aus 20 Metern Entfernung ein Feuerzeug auf Drewes zuflog. Darauf ein derber Spruch: „Den Jürgen würgen.“
Die Szene in der 92. Minute, die immer wieder vor- und zurückgespult wurde: Der Keeper fasst sich an den Kopf, geht in die Knie, schleppt sich dann vom Platz – gestützt von Betreuern. War Schauspielerei dabei? Hätte der Keeper nicht einfach weiterspielen können?
Fußballherzen im Zweifel: Ging es Bochum vielleicht nur darum, sich einen Sieg zu erschleichen? Der Schiri unterbrach die Partie für fast 30 Minuten. Dann ging es für zwei Minuten weiter. Ein mieser Wurf, doch dann Entscheidungen, die spalten: Sowohl das Sport- als auch das DFB-Bundesgericht werteten die 1:1 ausgegangene Partie wegen des Eklats mit 2:0 für Bochum. Die Gründe? Kaum nachvollziehbar.

Die Köpenicker zogen bis vor das Schiedsgericht – erfolglos. Anders die Suche nach dem Feuerzeug-Chaoten: Gefilmt von Überwachungskameras, herausgefiltert durch einen Mitarbeiter in der Video-Leitstelle im Stadion, dann aus dem Block geholt und der Polizei übergeben.
Knallharte und umgehende Konsequenzen gegen den Werfer. Union-Sprecher Christian Arbeit: „Wir haben das längstmögliche bundesweite Stadionverbot ausgesprochen, was ein Verein aussprechen kann.“ Und raus aus dem Verein!
Feuerzeug führt zu einer oberflächlichen Schädelprellung
Die Mühlen der Strafjustiz mahlen langsamer: Dem Übeltäter geht es erst jetzt an den Kragen. Das Feuerzeug habe Drewes am Kopf getroffen und zu einer oberflächlichen Schädelprellung geführt. Was sagt der Angeklagte? „Ich habe nichts zu sagen.“ Sein Verteidiger: „Ich habe Zweifel, dass er der Werfer war.“
Außerdem sei P. alkoholisiert gewesen: „Und hatte einen gebrochenen Fuß, nahm Schmerzmittel.“ Was sagt der Torhüter – inzwischen weg vom Absteiger VfL Bochum und bei Borussia Dortmund unter Vertrag – im Berliner Strafprozess: „Plötzlich ein weißer Gegenstand.“

Er bekam ihn an den Kopf: „Ich habe einen Moment gebraucht, um klarzukommen.“ Schmerzen, dann leichter Schwindel. Untersuchung im Krankenhaus, eine Woche nicht auf dem Fußballfeld. Einen Prozess wollte er nicht: „Ich hatte danach kein Interesse an Strafverfolgung und heute nicht.“




