1. FC Union

Fans erhöhen nach Marie-Louise Etas Erfolgen den Druck

Marie-Louise Eta hat die Sympathien der Union-Fans erobert. Das schraubt die Messlatte für den Nachfolger nach oben.

Author - Christian Kattner
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Präsident Dirk Zingler hat sich am letzten Spieltag bei Trainerin Marie-Louise Eta für ihre erfolgreiche Arbeit mit dem Männerteam des 1. FC Union Berlin bedankt.
Präsident Dirk Zingler hat sich am letzten Spieltag bei Trainerin Marie-Louise Eta für ihre erfolgreiche Arbeit mit dem Männerteam des 1. FC Union Berlin bedankt.Contrast/imago

Das Stadion ist längst mehr als nur ein Ort für Fußball. Hier entscheidet sich, wie es wirklich um einen Klub steht. Jubel, Wut, klare Botschaften – die Fans sagen, was Sache ist. Und ihr Einfluss ist größer denn je. Gerade dann, wenn es um die wichtigste Frage geht: Wer ist der richtige Trainer?

In Köpenick wachsen die Zweifel der Fans in Köln

Ein Blick auf den 1. FC Union Berlin und den 1. FC Köln zeigt: Zwei Vereine, ein Ziel – aber zwei komplett unterschiedliche Geschichten. Sowohl Union als auch Köln setzten im Saisonfinale auf interne Lösungen. In Köpenick übernahm Marie-Louise Eta von Steffen Baumgart für die letzten fünf Spiele. In Köln sprang René Wagner sieben Partien vor Schluss für Lukas Kwasniok ein.

Der Auftrag war klar: Den Klassenerhalt sichern. Beide lieferten. Beide schafften es vorzeitig. Die Stimmung allerdings entwickelte sich völlig gegensätzlich. In Köln wurde Wagner schnell zur Reizfigur. Ausgerechnet im Duell mit Eta verspielte er beim 2:2 in Köpenick eine 2:0-Führung – erstmals gab es Kritik der Fans. Seine Wechsel wurden hinterfragt, die Zweifel wuchsen.

Mit dem 1:3 gegen Schlusslicht 1. FC Heidenheim kippte die Stimmung endgültig: Pfiffe im eigenen Stadion – und das trotz gesichertem Klassenerhalt. Spätestens nach dem 1:5 beim FC Bayern – das als „Job-Endspiel“ galt – ist das Vertrauen vieler Fans endgültig weg. In den sozialen Medien wird der Ruf nach einem neuen Trainer unüberhörbar.

Beim 1. FC Union Berlin spielt sich zur gleichen Zeit eine ganz andere Geschichte ab. Marie-Louise Eta sorgt nach dem 2:2 gegen Köln für frischen Wind – und vor allem für Ergebnisse. Der Höhepunkt: das souveräne 4:0 gegen Augsburg zum Saisonabschluss. Sieben Punkte holt sie in fünf Spielen, Wagner nur sechs aus sieben Partien.

Bei den Fans des 1. FC Union Berlin beliebt: Trainerin Marie-Louise Eta vor dem letzten Spiel beim Training
Bei den Fans des 1. FC Union Berlin beliebt: Trainerin Marie-Louise Eta vor dem letzten Spiel beim TrainingMatthias Koch/imago

Die Fans in Köpenick? Sind begeistert! In den sozialen Netzwerken ist die Meinung eindeutig: „Mit Eta spielen wir endlich richtigen Fußball!“, heißt es auf Instagram. Oder: „Sie soll die Männer übernehmen!“ Eine andere Forderung: „Gebt ihr die Chance!“

Marie-Louise Eta zeigt, was bei Union möglich ist

Und plötzlich steht die große Frage im Raum: Kann Union nach diesem Endspurt einfach zur Tagesordnung übergehen? Hat man sich zu früh auf Eta als neue Trainerin der Frauenmannschaft festgelegt? Offiziell spricht vieles dafür, dass ein neuer Trainer für die Männer kommen soll. Namen gibt es genug.

Aber: Der Wunsch einiger Fans ist ein anderer. Eta hat in kürzester Zeit gezeigt, was möglich ist – sportlich und emotional. Die Fans haben längst Position bezogen. Klar ist: Die Messlatte liegt für den Nachfolger jetzt höher. Egal, wer kommt – er wird sich messen lassen müssen. An den Ergebnissen, an der Spielweise und an der Aufbruchstimmung, die Eta entfacht hat.

Die Entscheidung, wer ihr Nachfolger wird, ist noch offen. Doch eines ist sicher: Der Druck für die Verantwortlichen hat sich erhöht, mit dem neuen Trainer müssen sie einen Treffer landen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wie bewerten Sie die Arbeit von Marie-Louise Eta? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com