Der 4:0-Sieg gegen den FC Augsburg hat die Fans des 1. FC Union Berlin begeistert. Endlich wieder Tore! Endlich wieder Offensivfußball! Und mittendrin eine Trainerin, die die Spielfreude zurück nach Köpenick gebracht hat. Marie-Louise Eta verabschiedet sich mit einem echten Torspektakel vom Männerfußball – bleibt Union aber erhalten. Genau das könnte zum Problem für ihren Nachfolger werden.
Eta kratzt an Fischers Rekordsiegen
Für den Sprung an die Spitze der höchsten Bundesliga-Siege reichte es zwar nicht ganz. Auch nach der siebten Bundesliga-Saison des 1. FC Union Berlin stehen die beiden deutlichsten Erfolge der Köpenicker weiterhin für die Amtszeit von Urs Fischer: das 6:1 beim FC Schalke 04 im August 2022 sowie das 5:0 gegen Arminia Bielefeld im November 2020. Mit dem 4:0 gegen den FC Augsburg kam Marie-Louise Eta diesem Rekord jedoch bemerkenswert nahe.

Von Beginn an trat Union mutig und spielfreudig auf. Die Berliner suchten konsequent den Weg nach vorne und hätten das Ergebnis sogar noch höher gestalten können – und das gegen einen Gegner, der sich noch Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz machen durfte. Sicherlich konnte Union ohne großen Druck in dieses letzte Saisonspiel gehen. Dennoch war die Herangehensweise bemerkenswert: Union wollte nicht nur verteidigen und kämpfen, sondern aktiv Fußball spielen und den Fans etwas bieten.
Offenbar hatte Eta im Vorfeld die richtigen Worte gefunden. Die Mannschaft wirkte gelöst, selbstbewusst und mit großer Lust am Spiel. Genau diese Energie dürfte auch bei den 22.012 Zuschauern angekommen sein – so stellt man sich einen gelungenen Stadionbesuch vor.
In der kommenden Saison wird Eta allerdings nicht mehr an der Seitenlinie der Profis stehen. Die 34-Jährige übernimmt die Frauenmannschaft und folgt dort auf Ailien Poese. Gerade das könnte für ihren Nachfolger zur Herausforderung werden. Denn Eta bleibt dem Verein erhalten und hat in wenigen Wochen gezeigt, dass sie auch im Männerfußball Akzente setzen kann.
Besserer Punkteschnitt als ihre Vorgänger
Sieben Punkte aus fünf Spielen sind dabei nur ein Teil der Geschichte. Ein besserer Schnitt als ihre männlichen Vorgänger Steffen Baumgart, Bo Svensson und Nenad Bjelica. Viel wichtiger war aber die Erkenntnis, dass Union nicht nur über Einsatz, Leidenschaft und Zweikämpfe kommen kann, sondern auch über spielerische Qualität. Zudem gewann Eta mit ihrer offenen und direkten Art schnell viele Sympathien.



