Vom Verletzungs-Pech zum Party-Helden! Livan Burcu rettet dem 1. FC Union mit einem Hammer-Tor den ersten Punkt unter Marie-Louise Eta. Es war eine Achterbahn der Gefühle zwischen Schiedsrichter-Wut, Schockstarre und totaler Ekstase.
Erst Schiri-Frust, dann Traumtor
Es lief die 33. Minute, als Burcu das erste Mal so richtig der Kragen platzte. Marius Bülter traf zum 0:1 für Köln – doch der Linienrichter hatte zuvor die Fahne gehoben. Union schaltete ab, der Pfiff blieb aus. „Für mich eine klare Fehlentscheidung“, schimpfte Burcu nach dem Spiel. „Wir gehen aktiv zum Ball. Die Fahne wird gehoben. Und danach kommt der Ball ins Zentrum, und dann noch so ein Sonntagsschuss. Das war sehr bitter für uns.“
Nach dem 0:2 durch Said El Mala (61.) verfielen die Eisernen kurzzeitig in Schockstarre. Das Stadion musste die Mannschaft mit „Aufwachen!“-Rufen erst wieder zum Leben erwecken. Doch die Stimmung in der Kabine stimmte. Burcu betonte: „Da sieht man einfach die Moral der Mannschaft, wie stark wir zurückgekommen sind“.

Der Knall in der 89. Minute
In der Schlussphase bewies Trainerin Marie-Louise Eta Mut, löste die alte Baumgart-Fünferkette auf und stellte auf eine Viererkette um. Das gab Burcu den Raum, den er brauchte. In der 89. Minute fackelte er nicht lange und jagte den Ball von der Strafraumkante zum 2:2-Ausgleich in den Winkel. „Ich bin ein sehr selbstbewusster Typ, ich weiß ganz genau, was ich kann“, so der Youngster.
Lob für Eta – und die Nachricht von Mama
Für Burcu war es das erste Bundesliga-Tor nach einem schwierigen Saisonstart mit Verletzungssorgen. Durch sein Jokertor empfahl er sich für Startelfeinsätze. Die erste Gratulantin auf seinem Handy war seine Mutter: „Über die Nachricht von meiner Mutter habe ich mich am meisten gefreut. Sie hat geschrieben: Herzlichen Glückwunsch, ich bin sehr stolz auf dich, mein Sohn“.

Auch für seine Trainerin fand er nach dem Punktgewinn deutliche Worte: „Sie macht einen guten Job. Sie kann gut mit uns kommunizieren. Sie kommt gut mit uns klar und wir kommen mit ihr gut klar. Es läuft sehr gut“.


