Der 1. FC Union Berlin spielt in der Alten Försterei 2:2 (0:1) gegen den 1. FC Köln und hat mit diesem Punkt den Klassenerhalt fast sicher. Doch was war das für ein Zitterspiel mit einem Helden und einer umstrittenen Szene? Joker Livan Burcu schoss nach einer Aufholjagd das Tor zum Ausgleich.
Ball-Platzer als letzte Warnung
Das Spiel von beiden Teams sah zunächst sehr verhalten aus, um es höflich auszudrücken. In der ersten wirklich kuriosen Szene war das Spielgerät der Hauptdarsteller. Nach einem Pressschlag zwischen Tom Rothe und einem Kölner platzte die Naht des Balls und die Blase wölbte sich heraus. Es hatte durchaus einen symbolischen Wert: War die Luft auch bei den Eisernen raus?

Nur acht Minuten später lagen die Köpenicker 0:1 zurück, aber die Szene vor dem Tor des Ex-Unioners Marius Bülter war der Aufreger des Spiels. Union hatte den Ball in der Kölner Hälfte verloren. Es gab einen langen Pass auf Said El Mala, der vier Meter im Abseits stand. Zunächst rannte er zum Ball, stoppte dann aber und Mitspieler Jakub Kaminski übernahm, nach dessen Flanke schoss Marius Bülter das Tor.
Eigentlich alles korrekt, weil El Mala nicht am Ball war. Doch der Linienrichter hatte zu früh die Fahne gehoben und irritierte damit Unions Abwehrspieler. Die Regel besagt, dass der Linienrichter erst die Fahne heben soll, wenn eine Ballberührung stattgefunden hat.
Abseitstor! Heldt regt sich über Linienrichter auf
Schiri Daniel Schlager überstimmte seinen Assistenten und ließ weiter spielen. Kapitän Rani Khedira protestierte. Doch es half nichts. Sportdirektor Horst Heldt regte sich auf: „Das war ein Abseits beim 0:1. Der Linienrichter hatte die Fahne gehoben. Der Kölner Spieler geht in Richtung Ball und damit beeinflusst er das Spiel. Das kann ich nicht nachvollziehen.“
So ging es mit Wut und dem Rückstand in die Kabine und es kam zunächst noch schlimmer. Kölns El Mala traf zum 2:0 (63.). Es roch nach der dritten Niederlage für Union-Trainerin Marie-Louise Eta, ihr Mann Benjamin zitterte auf der Tribüne mit und erlebte dann, was eiserne Willensstärke ist. Tom Rothe köpfte nach einer Ecke den 1:2-Anschlusstreffer in der 73. Minute. Die Alte Försterei bebte und peitschte mit Sprechchören die Union-Profis immer wieder nach vorne.



