1. FC Union

Union Berlin rettet Punkt, Heldt sauer auf Linienrichter

Joker Livan Burcu trifft für den 1. FC Union nach einer Aufholjagd zum 2:2 gegen Köln. Sportdirektor Horst Heldt regt sich nach dem Abpfiff über ein Abseitstor auf.

Author - Johann Caspar Nilius
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Livan Burcu traf für den 1. FC Union in der 89. Minute zum 2:2 gegen den 1. FC Köln. War es das Tor zum Klassenerhalt?
Livan Burcu traf für den 1. FC Union in der 89. Minute zum 2:2 gegen den 1. FC Köln. War es das Tor zum Klassenerhalt?IMAGO/Matthias Koch

Der 1. FC Union Berlin spielt in der Alten Försterei 2:2 (0:1) gegen den 1. FC Köln und hat mit diesem Punkt den Klassenerhalt fast sicher. Doch was war das für ein Zitterspiel mit einem Helden und einer umstrittenen Szene? Joker Livan Burcu schoss nach einer Aufholjagd das Tor zum Ausgleich.

Ball-Platzer als letzte Warnung

Das Spiel von beiden Teams sah zunächst sehr verhalten aus, um es höflich auszudrücken. In der ersten wirklich kuriosen Szene war das Spielgerät der Hauptdarsteller. Nach einem Pressschlag zwischen Tom Rothe und einem Kölner platzte die Naht des Balls und die Blase wölbte sich heraus. Es hatte durchaus einen symbolischen Wert: War die Luft auch bei den Eisernen raus?

Kuriose Szene an der Alten Försterei: Kölns Tom Krauß hält den geplatzten Ball in den Händen.
Kuriose Szene an der Alten Försterei: Kölns Tom Krauß hält den geplatzten Ball in den Händen.IMAGO/O.Behrendt

Nur acht Minuten später lagen die Köpenicker 0:1 zurück, aber die Szene vor dem Tor des Ex-Unioners Marius Bülter war der Aufreger des Spiels. Union hatte den Ball in der Kölner Hälfte verloren. Es gab einen langen Pass auf Said El Mala, der vier Meter im Abseits stand. Zunächst rannte er zum Ball, stoppte dann aber und Mitspieler Jakub Kaminski übernahm, nach dessen Flanke schoss Marius Bülter das Tor.

Eigentlich alles korrekt, weil El Mala nicht am Ball war. Doch der Linienrichter hatte zu früh die Fahne gehoben und irritierte damit Unions Abwehrspieler. Die Regel besagt, dass der Linienrichter erst die Fahne heben soll, wenn eine Ballberührung stattgefunden hat.

Abseitstor! Heldt regt sich über Linienrichter auf

Schiri Daniel Schlager überstimmte seinen Assistenten und ließ weiter spielen. Kapitän Rani Khedira protestierte. Doch es half nichts. Sportdirektor Horst Heldt regte sich auf: „Das war ein Abseits beim 0:1. Der Linienrichter hatte die Fahne gehoben. Der Kölner Spieler geht in Richtung Ball und damit beeinflusst er das Spiel. Das kann ich nicht nachvollziehen.“

So ging es mit Wut und dem Rückstand in die Kabine und es kam zunächst noch schlimmer. Kölns El Mala traf zum 2:0 (63.). Es roch nach der dritten Niederlage für Union-Trainerin Marie-Louise Eta, ihr Mann Benjamin zitterte auf der Tribüne mit und erlebte dann, was eiserne Willensstärke ist. Tom Rothe köpfte nach einer Ecke den 1:2-Anschlusstreffer in der 73. Minute. Die Alte Försterei bebte und peitschte mit Sprechchören die Union-Profis immer wieder nach vorne.

Burcu rettet per Traumtor den Punkt

Und dann war es so weit. Joker Livan Burcu wirbelte am linken  Strafraumeck, nahm Maß und zirkelte den Ball in den Winkel zum 2:2 (89.). Ein Traumtor, der zu 99 Prozent der Klassenhalt ist. Marie- Louise Eta war froh nach dem Abpfiff und formte ihre Hände zum Herz. Für Union und ihren Mann. Und auch Heldt war etwas besänftigt: „Wenn du 0:2 hinten liegst, nimmst du den Punkt gerne mit.“