Rückkehr an die Alte Försterei

Siegen oder fliegen: Für den eigenen Job muss Wagner Union schlagen

René Wagner war Co-Trainer beim 1. FC Union Berlin, kämpft jetzt in Köln um den Cheftrainer-Job. Dafür muss der 37-Jährige liefern.

Author - Nils Malzahn
Teilen
René Wagner hat gute Chancen, auch in der nächsten Saison Kölns Cheftrainer zu sein.
René Wagner hat gute Chancen, auch in der nächsten Saison Kölns Cheftrainer zu sein.Herbert Bucco/imago

Für die kommende Saison sucht der 1. FC Union Berlin einen neuen Trainer. Der 1. FC Köln, auf den die Eisernen am Sonnabend (15.30 Uhr) in der Alten Försterei treffen, hat das gleiche Problem – den neuen Mann aber womöglich schon gefunden. René Wagner soll Köln erst zum Klassenerhalt führen und anschließend weiterentwickeln. Besonders brisant: Der 37-Jährige hat eine Union-Vergangenheit.

Baumgart brachte Wagner mit

Als Steffen Baumgart im Januar 2025 Trainer bei Union wurde, brachte er Wagner als Assistent mit. In Paderborn, Köln und beim Hamburger SV hatten sie schon zusammengearbeitet, Baumgart schätzte die Expertise und Loyalität des gebürtigen Dresdners enorm.

Steffen Baumgart (l.) und René Wagner arbeiteten jahrelang zusammen, zuletzt bei Union.
Steffen Baumgart (l.) und René Wagner arbeiteten jahrelang zusammen, zuletzt bei Union.Thomas Thienel/Eibner-Pressefoto/imago

Nach insgesamt 19 Spielen und dem geschafften Ligaverbleib zog es Wagner aber zurück in die Domstadt. Co-Trainer unter Lukas Kwasniok, das reizte ihn offenbar mehr als ein Engagement in der zweiten Reihe bei Union. Dass er auch als Chef eine gute Figur abgab, hatte er zuvor schon beim Spiel gegen den FC Bayern (1:1) gezeigt. Da vertrat er den gesperrten Baumgart an der Seitenlinie. Engagiert, lautstark – und mit gutem Draht zu seinen Spielern.

Wer weiß, wie sich Wagners Weg an der Wuhle nach der Entlassung von Baumgart weiter fortgesetzt hätte? Womöglich wäre er es gewesen, der Union in die letzten Wochen der Saison geführt hätte. So aber steht Marie-Louise Eta in der Verantwortung, die gegen Köln nach den Pleiten gegen Wolfsburg (1:2) und in Leipzig (1:3) endlich ihren ersten Sieg als Profitrainerin feiern will.

Wagner muss für den Cheftrainer-Job liefern

Köln, in der Tabelle gerade einen Punkt hinter Union, braucht die Punkte aber genauso dringend. Und Wagner muss liefern, will er auch in der nächsten Saison Cheftrainer bleiben. „Was wir uns vorgestellt haben, hat René umgesetzt. Das ist in so einem Umfeld wie beim 1. FC Köln nicht so einfach“, hatte Sportchef Thomas Kessler vor dem Rhein-Derby gegen Leverkusen gesagt. Das verlor Wagner zwar mit 1:2, positive Ansätze waren aber erkennbar.

Überhaupt war es die erste Niederlage aus vier Spielen. Davor hatte Köln gegen Bremen gewonnen, in Frankfurt und auf St. Pauli gepunktet. Der Trend zeigt also in die richtige Richtung. „Na klar“ habe er Lust weiterzumachen, sagte Wagner nach dem Leverkusen-Spiel. Ein paar Argumente muss er aber noch sammeln – aus Kölner Sicht am besten schon an Wagners ehemaligem Arbeitsplatz.