Saisonaus für den Keeper

Torwart-Schock! Rönnow kann nicht mehr für Union spielen

Hiobsbotschaft für den 1. FC Union Berlin: Frederik Rönnow fällt bei den Köpenickern bis Saisonende aus. Jetzt schlägt die Stunde von Carl Klaus.

Author - Nils Malzahn
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Torhüter Frederik Rönnow (liegend) steht dem 1. FC Union Berlin im Saisonendspurt nicht zur Verfügung.
Torhüter Frederik Rönnow (liegend) steht dem 1. FC Union Berlin im Saisonendspurt nicht zur Verfügung.dts-Nachrichtenagentur/imago

Nach der 1:3-Niederlage in Leipzig hat den 1. FC Union Berlin eine echte Hiobsbotschaft ereilt. Torhüter Frederik Rönnow fällt bis Saisonende aus, kann also im Endspurt um den Klassenerhalt nicht mehr eingreifen. Die Hoffnungen zwischen den Pfosten ruhen jetzt auf Carl Klaus!

Rönnow schrie vor Schmerzen

Es sind diese Momente, die den Fußball so besonders machen. Freitagabend, Flutlicht, große Bühne – und dann geht alles ganz schnell: Ein weiter Abschlag, ein kurzer Schrei – und plötzlich ist alles anders.

Union-Keeper Frederik Rönnow sackt nach seinem Abschlag zusammen, schreit vor Schmerzen und signalisiert sofort: Es geht nicht mehr weiter! Schock bei den Eisernen. Auf der Bank wird hektisch reagiert – und dann schlägt die Stunde eines Mannes, mit dem kaum jemand gerechnet hat.

Erster Bundesliga-Einsatz mit 32: Carl Klaus (r.) ersetzt Frederik Rönnow im Union-Tor.
Erster Bundesliga-Einsatz mit 32: Carl Klaus (r.) ersetzt Frederik Rönnow im Union-Tor.Christian Schroedter/imago

Carl Klaus. 32 Jahre alt. Bis dahin ewiger Ersatz, oft nur Zuschauer in Trainingsklamotten. Doch jetzt heißt es: Handschuhe an, rein ins Spiel – Bundesliga-Debüt. Und das ohne jede Vorbereitung!

„Ich habe ihn schreien hören und sofort gewusst: Ich bin dran“, erzählt Klaus später erstaunlich ruhig. Keine Panik, kein Zittern – stattdessen: Adrenalin pur!

Und Klaus liefert sofort! Gleich bei seiner ersten echten Prüfung wächst er über sich hinaus: Ein wuchtiger Kopfball wird von ihm sensationell an die Latte gelenkt. Ein Moment, der zeigt: Dieser Mann ist bereit!

Auch wenn Union am Ende deutlich zurückliegt – Klaus verhindert Schlimmeres. Immer wieder ist er zur Stelle, rettet, kratzt Bälle raus und wird so zum heimlichen Gewinner eines bitteren Abends.

Rönnow-Ersatz Raab fehlt ebenfalls verletzt

Doch klar ist jetzt auch: Aus dem Notfall wird Ernst. Rönnow fällt mit einer Adduktorenverletzung wochenlang aus. Und als wäre das nicht genug, ist auch Ersatztorwart Raab seit dem Auswärtssieg in Freiburg (1:0) verletzt. Heißt: Klaus steht plötzlich im Fokus – und das gleich in den entscheidenden Spielen der Saison!

Für Union geht es ums nackte Überleben in der Bundesliga. Die Lage hat sich zwar zuletzt etwas entspannt, doch sicher ist noch gar nichts. Jeder Punkt zählt – und jetzt liegt auch viel Verantwortung auf den Schultern eines Mannes, der lange im Schatten stand.

Klaus selbst bleibt bescheiden: „Natürlich ist das ein Traum“, sagt er. Klar, als junger Fußballer stellt man sich genau solche Momente vor. Aber Zeit zum Genießen? Kaum vorhanden!

Denn schon jetzt richtet sich der Blick nach vorne. Das nächste Spiel steht an – und der Druck ist riesig. Ein Sieg würde die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen.