Nach kurzer, schwerer Krankheit

50 Jahre nach Olympiagold von Montreal 1976: Trauer um DDR-Boxer

Boxer und DDR-Olympiasieger Jochen Bachfeld ist tot. Sein unvergesslicher Sieg in Montreal 1976 bleibt als glanzvoller Höhepunkt seiner Karriere in Erinnerung.

Author - Sebastian Krause
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Jochen Bachfeld (re.), Box-Olympiasieger von 1976, ist im Alter von 73 Jahren gestorben.
Jochen Bachfeld (re.), Box-Olympiasieger von 1976, ist im Alter von 73 Jahren gestorben.Sportfoto Rudel/imago

Ein großer deutscher Boxer ist tot. Jochen Bachfeld ist am vergangenen Samstag im Alter von 73 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Das teilte der Boxclub Traktor Schwerin mit, wie der NDR berichtet.

Box-Olympiasieger von 1976 in Montreal

Seine Sternstunde erlebte der Linksausleger 1976 bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal. Der damals 24-Jährige gewann überraschend Gold im Weltergewicht (63,5 bis 67 kg) gegen den Venezolaner Pedro Gamarro.

Bachfeld erster Box-Olympiasieger aus Mecklenburg-Vorpommern

Auf dem Weg dorthin bezwang er mehrere hochkarätige Gegner und setzte sich im Finale knapp nach Punkten durch. Mit diesem Sieg holte er für die DDR eine der prestigeträchtigsten Medaillen im olympischen Boxen.

Bachfeld schrieb damit Geschichte. Er war der erste Olympiasieger im Boxen aus Mecklenburg-Vorpommern. 1980 beendete er verletzungsbedingt seine Karriere. Seine Bilanz: 122 Kämpfe, 107 Siege.

Im Achtelfinale des olympischen Boxturniers 1976 gewinnt Jochen Bachfeld (DDR, li.) gegen Valeri Rachkov (Sowjetunion).
Im Achtelfinale des olympischen Boxturniers 1976 gewinnt Jochen Bachfeld (DDR, li.) gegen Valeri Rachkov (Sowjetunion).Werner Schulze/imago

Bachfeld bleibt nach Karriereende dem Sport treu

Dem Sport blieb er danach verbunden. Er engagierte sich immer wieder bei Veranstaltungen und Treffen ehemaliger Athleten. Mit ihm verliert der Schweriner Boxsport eine seiner bekanntesten Persönlichkeiten und eine prägende Figur der DDR-Amateurboxszene.

Abseits des Sports absolvierte er ein Fernstudium zum Ökonom für den Binnenhandel und eine Berufsausbildung zum Handelskaufmann. Auch studierte er an der HSG DHfK Leipzig Sportwissenschaften und arbeitete danach als Sportlehrer und Erziehungstherapeut.

Bereits in jungen Jahren ein hervorragender Techniker

Jochen Bachfeld, geboren am 17. Dezember 1952 in Sülte bei Schwerin, begann seine Laufbahn im Judo bei der SG Dynamo Schwerin. 1962 wechselte er zum Boxsport nach Hagenow. Vier Jahre später kam er zum SC Traktor Schwerin, wo er von Bruno Guse und später von Paul Nickel trainiert wurde.

Dort reifte er zum Weltklasseboxer heran und galt schon früh als hervorragender Techniker und Stilist. Schon als Nachwuchsmann machte er international auf sich aufmerksam und gewann bei der Junioren-Europameisterschaft 1970 in Miskolc (Ungarn) die Silbermedaille. Dabei besiegte er unter anderem den späteren Olympiasieger Georgi Kostadinow.

Neunter Platz bei Olympia 1972 in München

Bei den Erwachsenen schlug er bei den Olympischen Spielen 1972 in München erst Peter Krause und dann William Taylor, ehe er im Achtelfinale gegen Gabriel Pometcu ausschied und Neunter im Federgewicht wurde.

Sein Karrierehöhepunkt folgte dann vier Jahre später mit Olympiagold von Montreal. Nun ist Jochen Bachfeld im Alter von 73 Jahren gestorben.

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