Peter Borgelt und Jürgen Frohriep prägten für viele Jahren die Krimi-Serie „Polizeiruf 110“ im DDR-Fernsehen. Borgelt war ab 1971 dabei, Frohriep kam ein Jahr später dazu. Auch das Ende der beiden legendären Schauspieler kam kurz nacheinander. Sie starben bald nach der Wende unter tragischen Umständen. Innerhalb eines Jahres. Am Montag zeigt der MDR den Klassiker „Polizeiruf 110: Kein Paradies für Elstern“.
Polizeiruf 110: Überfall auf ein Centrum Warenhaus
Der Fall aus „Polizeiruf 110: Kein Paradies für Elstern“ (1974) erinnert ein wenig an heutige Überfälle auf Berliner Juweliere. Hier wird in einem Centrum-Warenhaus ein Wächter niedergeschlagen und eine Schmuckvitrine leer geräumt. Der Schaden beläuft sich auf 80.000 DDR-Mark. Viel Geld für damalige Zeiten.
Verdächtigt werden schnell Mitarbeiter des Kaufhauses, denn der Täter muss Insiderwissen gehabt haben und mit den Örtlichkeiten des Hauses bestens vertraut gewesen sein. Doch die Ermittler folgen falschen Spuren, Oberleutnant Fuchs (Peter Borgelt) und seine Kollegen müssen den Fall noch mal neu aufrollen.

Peter Borgelt spielte den etwas anderen Ermittler. Nichts lag seinem Oberleutnant Fuchs ferner als als ruppige Action und wilde Verfolgungsjagden. Fuchs war eher sowas wie der „ostdeutsche Maigret“, wie ihn eine Zeitschrift damals nannte.
Typ: väterlicher Polizist. Klug, zurückhaltend, meist freundlich, ein guter Beobachter. Nicht Bewegung trieb die Krimis, in denen Borgelt mitspielte, vorwärts, sondern stete, gründliche Ermittlungsarbeit.
Der 1927 in Rostock geborene Schauspieler war ein Mann der leisen Töne. Zuerst wollte er auch Komponist werden und studierte am Konservatorium in Kamenz. Doch nebenbei jobbte er am Kreistheater in Burgstädt (Sachsen) – und fand Gefallen am Schauspielerberuf.
Die Bühnen, an ihn engagierten, wurden immer größer. Burgstädt, Meiningen, Halberstadt, Magdeburg, Leipzig, Schwerin – und dann das Deutsche Theater in Berlin, dem er bis zu seinem Tod treu blieb.
89-mal spielte Peter Borgelt im „Polizeiruf“ mit
Anfang der 60er Jahren kamen die ersten Filmrollen, darunter große Kinohits wie „Die Abenteuer des Werner Holt“ und der in der DDR verbotene Spielfilm „Das Kaninchen bin ich“ (beide 1965).
Doch erst seine Rolle als Oberleutnant Hübner machte Peter Borgelt zum TV-Star. 89-mal spielte er im „Polizeiruf“ mit. Aber anders als bei seinem Kollegen Jürgen Frohriep gingen ihm auch nach seinem Engagement bei „Polizeiruf 110“ die Rollen nicht aus. Dabei half das Deutsche Theater.

Gerade in den 80er Jahren. Pro Jahr tauchte Peter Borgelt in zwei, drei anderen Produktionen für Film und Fernsehen auf: von der Serie „Familie Neumann“ (1984) bis zu den fürs Fernsehen aufgezeichneten Inszenierungen aus dem Deutschen Theater („Wallenstein“, 1987).
Auch nach der Wende fand Peter Borgelt, anders als viele DDR-Kollegen, seine Rollen. Er spielte in Kinder- und Jugendserien („Spreepiraten“) mit – und auch in zwei heute schon legendären Tatort- und Polizeiruf-Folgen, die Krimi Ost mit Krimi West zusammenführten.
In der Folge „Unter Brüdern“ ermittelten die Kommmissare aus „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ (Oktober 1990) gemeinsam – Eberhard Feik, Götz George, Andreas Schmidt-Schaller und natürlich Peter Borgelt. Gefolgt von der Polizeiruf-Folge „Thanners neuer Job“ (1991) mit Eberhard Feik. TV-Krimis, in denen aus Oberleutnant Peter Fuchs längst ein Kriminalhauptkommissar geworden ist.




