Je oller, desto doller! Routinier Toni Leistner (35) war beim 3:0 in Elversberg der Mann des Tages bei Hertha BSC. Nach zweieinhalb Jahren bei den Blau-Weißen schoss er endlich sein erstes Tor, schlug danach einen Purzelbaum und mimte einen Revolverhelden. Das noch viel Verrücktere passierte aber vor dem Anpfiff. Vom Klo in die Startelf …
Leistner: „Ich war auf Toilette, dann kam der Trainer“
Die Geschichte seiner Blitznominierung fing tatsächlich auf dem stillen Örtchen an. Verteidiger Marton Dardai schlug beim Aufwärmen Alarm – Hüftschmerzen. Leistner war zu dem Zeitpunkt gerade anders beschäftigt.
Freimütig haute Leistner nach dem Abpfiff vor laufender TV-Kamera dieses Kabinengeheimnis heraus: „Ich war gerade auf Toilette und dann kam der Trainer zu mir und sagte: Mach dich richtig warm. Wir müssen sehen, ob es bei Marton überhaupt noch geht.“

Leistner weiter: „Marton hat ein leichtes Ziehen verspürt und vor der englischen Woche will man kein Risiko eingehen. Marton hat es noch mal probiert, hat dann negatives Feedback gegeben.“ Also stellte Trainer Stefan Leitl Kopfballmonster Toni in die Startelf. Leistner: „Man fokussiert sich, da bin ich in einem Alter, da brauche ich auch nicht mehr als sonst. Dann spiele ich einfach meinen Stiefel runter.“ Erst runtergespült, dann das Spiel runtergespult.
Nein, nicht ganz. Es wurde der unverhoffte Leistner-Tag mit einem wunderschönen Tor aus 16 Metern zum 3:0. Endlich sein erstes Hertha-Tor, seitdem er 2023 zu den Blau-Weißen kam. Leistner ist bei den Fans längst Kult. Er wird als Toni-Turban gefeiert, wenn er mal wieder bei Kopfballduellen sich einen blutigen Schädel eingefangen hat. Und jetzt ist er der Purzelbaum-Toni.
Torjubel mit Purzelbaum war lange vorbereitet
Leistner wird einfach nicht alt, wie ein junger Hüpfer jubelte er nach seinem Treffer. Die artistische Nummer mit anschließender Lucky-Luke-Pose war von ihm lange vorbereitet. „Das war nicht spontan. Wir müssen vor der Saison immer ein bisschen was beim Media-Day zeigen, und dann habe ich mir den da überlegt. Meine Teamkollegen wollten das die ganze Zeit schon mal sehen. Jetzt wurde er gezeigt. Ich bin froh darüber“, verrät Leistner.

Der 1,9o-Meter-Hüne zeigt sich erstaunlich gelenkig und scherzt in seiner typischen trockenen Art: „Salto? Vielleicht beim nächsten Mal. Ich habe da noch einiges einstudiert. Lasst euch überraschen.“



