Tiefstapelei oder Realität?

Leitl vor Pokal gegen Freiburg: „Hertha ist krasser Außenseiter“

Hertha BSC spielt Dienstag (20.45 Uhr) im Pokal-Viertelfinale gegen SC Freiburg. Trainer Stefan Leitl gibt die Favoritenrolle an den Bundesligisten ab.

Author - Wolfgang Heise
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Trainer Stefan Leitl kann mit Hertha BSC den Pokaltraum wahr machen. Doch der Coach warnt vor zu hohen Erwartungen.
Trainer Stefan Leitl kann mit Hertha BSC den Pokaltraum wahr machen. Doch der Coach warnt vor zu hohen Erwartungen.imago/Fotostand/Schäfer

Kurz gejubelt beim 3:0 in Elversberg, denn Dienstag (20.45 Uhr) geht es für Hertha BSC im Pokal-Viertelfinale gegen Bundesligist SC Freiburg weiter. Wird es eine blau-weiße Traumwoche? Trainer Stefan Leitl will jetzt den Erwartungsdruck aufs Team vermeiden und spielt den Breisgauern die klare Favoritenrolle zu.

Leitl: „Es gibt eine kleine Chance“

Leitl im O-Ton: „Ich wünsche, dass meine Mannschaft dieses Spiel genießt. Ich hoffe, dass alle in Berlin wissen, dass wir der krasse Außenseiter sind. Wir haben eine Chance, in die nächste Runde einzuziehen, wenn wir nahezu perfekt spielen. Diese kleine Chance wollen wir nutzen.“

Kalkuliertes Understatement oder die brutale Wahrheit? Herthas Team zeigte bisher im Olympiastadion Topleistungen bei den Pokalspielen gegen Elversberg (3:0) und Kaiserslautern (6:1). Der ultimative Druck bei K.o.-Spielen liegt diesem Team. Die Gegner, die auf gleichem Niveau in der Zweiten Liga spielen, wurden aus der Beton-Arena gefegt.

Im Dezember feierten Herthas Profis mit den Fans eine 6:1-Pokal-Gala gegen Kaiserslautern.
Im Dezember feierten Herthas Profis mit den Fans eine 6:1-Pokal-Gala gegen Kaiserslautern.imago/nordphoto GmbH/Engler

Der jetzige Sieg nach langer Dreier-Durststrecke setzt noch mal Kräfte frei. Das Selbstbewusstsein ist da. Doch es kommt eben Freiburg, die auch noch im internationalen Wettbewerb spielen, ins Stadion. Das wird eine Mammutaufgabe. Auf der anderen Seite gewannen die Blau-Weißen vergangene Saison gegen Bundesligist FC Heidenheim mit 2:1 nach Verlängerung und in der Saison 2023/24 gab es ein 3:0 gegen FSV Mainz 05. Unmöglich ist gar nichts.

Nur Seguin spricht vom Pokaltitel

Auch Toni Leistner schließt sich der Einschätzung des Trainers an und sagt: „Am Dienstag wartet erst einmal Freiburg, ein richtig gutes Team und ein Europa-League-Teilnehmer – da muss einiges für uns zusammenkommen, damit wir als Sieger vom Feld gehen können.“

Herthas Taktgeber Paul Seguin will mit Hertha BSC Geschichte schreiben und glaubt an den Pokalsieg.
Herthas Taktgeber Paul Seguin will mit Hertha BSC Geschichte schreiben und glaubt an den Pokalsieg.imago/Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Pascal Klemens ist dagegen etwas optimistischer: „Dieses Spiel ist jetzt erst mal abgehakt und wir hoffen nun, dass wir am Dienstag auch Freiburg schlagen können.“

Mittelfeldstratege Paul Seguin ist noch erwartungsfroher: „Wenn wir gut verteidigen wie in Elversberg, dann sind wir  vorne immer für ein Tor gut. Wir wollen ins Finale, wir wollen DFB-Pokalsieger werden. Alles andere wäre ja jetzt gelogen. Das wäre ein Traum für uns alle. Wir können Geschichte schreiben. Mein Anspruch: Ich möchte das gerne mal erleben.“

7,7 Millionen Pokalprämie winken vom DFB

Es geht für den Verein aber nicht nur um den ewigen Titeltraum, sondern auch schlichtweg um viele Millionen. Die finanzschwache Hertha könnte sich in den nächsten drei Monaten ganz schnell sanieren. Für den Einzug ins Halbfinale gibt es 3,4 Millionen Euro, als Pokalsieger kommen noch mal 4,3 Millionen drauf, als Finalverlierer sind es immerhin noch mal 2,9 Millionen Euro. Für diese Chance lohnt es sich, bis zum Anschlag zu kämpfen. Nach vielen schlimmen Jahren für Hertha BSC ist es Zeit für eine magische Pokalnacht.