Was ist denn bei Google los? Ausgerechnet der Konzern hinter der weltweit größten Suchmaschine sorgt mit seiner WM-Werbung derzeit für Stirnrunzeln. Denn in den Spots scheint eine Botschaft mitzuschwingen, die viele längst überwunden glaubten: Frauen haben keine Ahnung von Fußball.
Google stellt Frauen als Fußball-Unwissende dar
Millionen Zuschauer bekommen die Werbung aktuell bei Prime Video zu sehen. Eigentlich ist die Idee simpel. Menschen stellen Google Fragen rund um die Fußball-WM 2026 und erhalten die passenden Antworten. Schließlich kann niemand alles wissen.
Doch bei genauerem Hinsehen fällt ein bemerkenswertes Muster auf. Die vermeintlich einfachsten Fußballfragen werden ausgerechnet von einer Frau gestellt. Eine weibliche Stimme fragt etwa: „Welches Team ist das?“, während die Flagge von Ecuador eingeblendet wird.
Später folgen Fragen wie: „Spielen die nicht gegen Deutschland?“ oder „Wofür ist der Halbkreis vorm Strafraum?“ Daraus ergibt sich schließlich die Frage: „Warum sind das eigentlich genau 9,15 Meter?“ – gemeint ist der Abstand zwischen Elfmeterpunkt und dem Halbkreis vor dem Strafraum.

Natürlich sind das völlig legitime Fragen zur Fußball-WM 2026. Nicht jeder dürfte auf Anhieb erklären können, warum der Halbkreis vor dem Strafraum exakt 9,15 Meter vom Elfmeterpunkt entfernt ist. Am Ende der Werbespots schreibt Google: „Frag einfach Google“ und es wird ein Video von einer Frau eingeblendet. In einem anderen Google-Spot sind sogar zwei Frauen zu sehen.
Ist das nur Zufall oder schon gewollt? Denn genau darin liegt das Problem der Kampagne. Warum übernimmt ausgerechnet eine Frau die Rolle der Fußball-Unwissenden?
Auch Männer können keine Ahnung von Spielregeln haben
Warum gibt es keinen Mann, der ratlos vor einer Flagge steht oder eine Fußballregel nicht versteht? Warum wird die Rolle der Ahnungslosen ausschließlich weiblich besetzt?

Die Botschaft, die bei vielen Zuschauern hängen bleibt ist klar: Männer kennen sich mit Fußball aus, Frauen müssen erst einmal Google fragen. Auch Frauen spielen Fußball und schauen Fußball.
Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet Google auf eine Rollenverteilung setzt, die wirkt wie aus einer anderen Zeit. Werbung lebt von Bildern, Rollen und Botschaften. Und genau deshalb fällt die Stimmwahl besonders auf.



