Er wird für alle Zeiten untrennbar mit diesem Verein verbunden sein. Dynamo Dresden trauert um Hans-Jürgen Kreische. Der Ehrenspielführer des Fußball-Zweitligisten ist in der vergangenen Nacht im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte der Klub unter Berufung auf die Familie mit.
Kreische ist „einer der größten Sportler seiner Zeit“
„Hansi war ohne Zweifel einer der größten Sportler seiner Zeit. Als junge Kerle haben wir zu ihm aufgeblickt, wie zu kaum jemand anderem. Wenn er den Platz betrat, waren magische Momente nicht weit“, sagte der Kreische-Wegbegleiter und frühere Dynamo-Sportchef Ralf Minge.
Kreische bleibt dem Sport nach Karriereende treu
„Auch nach seiner aktiven Zeit hat er sich in den Dienst der Sportgemeinschaft gestellt, als Cheftrainer, Scout und Unterstützer des Nachwuchses“, erklärte Minge weiter.
Vor dem Spiel gegen Hertha BSC am Samstag plant der Club, eine Gedenkminute zu Ehren Kreisches abzuhalten. Außerdem soll die Mannschaft mit einem Trauerflor auflaufen.

DDR-Auswahl besiegt 1972 die BRD-Kicker bei der WM
Kreische holte mit Dynamo fünf DDR-Meisterschaften, gewann Olympia-Bronze 1972 und besiegte zwei Jahre später in Hamburg mit der DDR-Mannschaft die BRD-Auswahl bei der WM. Der Offensivspieler war zudem viermal Torschützenkönig der Oberliga.
Letztlich absolvierte Kreische 344 Spiele für Dynamo, davon 37 im Europapokal, und erzielte insgesamt 188 Tore. Mit insgesamt 262 Torbeteiligungen ist Kreische der Topscorer der Sportgemeinschaft.
Auch wenn ich nicht mehr das Glück hatte, Hans-Jürgen Kreische selbst auf dem Rasen erleben zu dürfen, so waren die Geschichten um die von ihm geschlagenen Schlachten legendär.
Dynamo-Legende noch ein echter Straßenfußballer
„Auch wenn ich nicht mehr das Glück hatte, Hans-Jürgen Kreische selbst auf dem Rasen erleben zu dürfen, so waren die Geschichten um die von ihm geschlagenen Schlachten legendär“, sagte Dynamo-Präsident Ronny Rehn. „Dass er 2014 mit seinen Erfahrungen und der gewonnenen Expertise zurück in die Nachwuchs-Akademie kam, war für den Verein ein riesiger Zugewinn.“
Bereits sein Vater Hans Kreische war Kapitän bei Dynamo Dresden. Mit zehn Jahren trat auch der Junior dem Club bei und durchlief alle Nachwuchsmannschaften. „Mein Vorteil war, dass ich ein echter Straßenfußballer war“, sagte Kreische vor seinem 75. Geburtstag der dpa.
Streit führt zum Karriereende mit nur 30 Jahren
Neben seinen fußballerischen Fähigkeiten zeichnete sich Kreische schon zu diesem Zeitpunkt durch seine Meinungsstärke aus. Dies führte mitunter zu Konflikten mit Trainer Walter Fritzsch. Die Zwistigkeiten führten im November 1977 zum überraschenden Karriereende Kreisches.
Seine Nichteinwechslung am 9. Spieltag der Oberligasaison 1977/78 gegen den 1. FC Magdeburg, die der Fußballlehrer auf disziplinarische Gründe zurückführte, gilt als Auslöser für den Rücktritt vom Fußball mit gerade einmal 30 Jahren.
Gesundheitliche Probleme in den letzten Jahren
Zuletzt war es ruhiger um Kreische geworden, die Gesundheit spielte nicht mehr mit. „Aufgrund von Krankheit nahm seine Präsenz im Stadion und Trainingszentrum in den vergangenen Monaten zunehmend ab“, teilte Dynamo mit.




