Die WM läuft seit sechs Tagen, doch einen Weltmeistertitel gibt es jetzt schon für Argentinien, obwohl der Titelverteidiger erst Mittwochnacht in das Turnier gegen Algerien einsteigt. Die Gauchos sind die Trainer-Champions bei dieser WM. Sechs argentinische Fußballlehrer sind Nationaltrainer von verschiedenen Teams. Kein Land kommt sonst auf ein halbes Dutzend.
Sechsmal Tango an der Seitenlinie
Lionel Scaloni (48, Argentinien)
Der Weltmeister-Coach ist 48 Jahre alt und seit August 2018 im Amt.
Scaloni führte Argentinien mit ruhiger Hand zum WM-Titel 2022 und baute eine perfekte Mischung aus Stars wie Lione Messi und Teamgeist. Heute gilt er als Architekt der erfolgreichsten Albiceleste-Ära seit Jahrzehnten.
Mauricio Pochettino (54, USA)
Der 54-Jährige übernahm die USA im September 2024 – mit klarer Mission Heim-WM. Nach Top-Stationen wie Tottenham und PSG bringt er europäischen Hochglanz-Fußball in die US-Auswahl. Pochettino steht für Pressing, Tempo und hohe Erwartungen.
Marcelo Bielsa (70, Uruguay)
Der Kulttrainer ist mittlerweile rund 70 Jahre alt und seit 2023 Coach Uruguays. „El Loco“ revolutioniert Teams mit gnadenlosem Pressing und kompromissloser Spielidee. Seine Methoden sind hart – doch sein Einfluss auf den Weltfußball ist legendär.
Nestor Lorenzo (60, Kolumbien)
Der 60-Jährige steht seit Juli 2022 an der Seitenlinie Kolumbiens.
Nach Jahren als Assistent entwickelte er sich zum Chef und führte Kolumbien sofort zurück auf Top-Niveau. Lorenzo gilt als ruhiger Taktiker mit klarer Struktur.

Sebastian Beccacece (45, Ecuador)
Dieser Argentinier übernahm Ecuador 2024. Als Schüler der Bielsa-Schule steht er für aggressiven Offensivfußball und extreme Detailarbeit. Beccacece gilt als einer der spannendsten Taktik-Denker seiner Generation. Achtung, hoffentlich trickst er Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht im dritten und letzten Gruppenspiel aus.
Gustavo Alfaro (63, Paraguay)
Der 63-Jährige ist seit Sommer 2024 Nationaltrainer Paraguays.
Alfaro ist Pragmatiker durch und durch: defensiv stabil, taktisch flexibel und immer kampfbereit. Seine Aufgabe: Paraguay zurück auf die große WM-Bühne führen.
Ein Coach gefeuert, nur noch vier Franzosen
Didier Deschamps ist seit 2012 Nationaltrainer Frankreichs und damit der dienstälteste Coach bei der WM. Als Weltmeister-Coach von 2018 und Finalist 2022 prägte er eine goldene Ära der „Équipe Tricolore“. Deschamps steht für Pragmatismus, Disziplin und Turnier-Erfolg wie kaum ein Zweiter. Ganz im Gegensatz von Sabri Lamouchi, der wurde nach fünf Monaten nach dem 1:5 gegen Schweden gefeuert. Dazu kommen der Franzose Rudi Garcia, der Belgien trainiert, Sebastien Desabre (DR Kongo) und Sebastien Migne (Haiti).
Vier Spanier von Katar bis Panama
Beim amtierenden Europameister Spanien ist seit Januar 2023 Luis de la Fuente (63) im Amt. Sein Weg ist ungewöhnlich: Statt großer Klubkarriere arbeitete er jahrelang im Nachwuchs des Verbandes und gewann mit Spaniens U-Teams mehrere Titel, bevor er den Sprung zur A-Nationalmannschaft schaffte. Auch beim Nachbarn Portugal ist mit Roberto Martinez ein Spanier im Amt. Julen Lopetegui trainiert Katar und Thomas Christiansen die Mittelamerikaner von Panama.

Tuchel soll England den WM-Titel holen
Neben Bundestrainer Julian Nagelsmann, gibt es auch einen Bundestrainer Österreichs und das ist Fußballprofessor Ralf Rangnick (67). Doch die ungewöhnlichste Besetzung ist wohl Thomas Tuchel (52). Nach vielen Station bei europäischen Topklbs ist Tuchel jetzt der erste Deutsche, der England zum WM führen soll. Nach dem verlorenen EM-Finale 2024 trat Gareth Southgate bei den Three Lions zurück. Tuchel übernahm offiziell im Januar 2025.



