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Streaming-Schock: Abonnenten fordern bei Disney+ Geld zurück

Verbraucherzentrale fordert Entschädigungen für enttäuschte Abonnenten der Streaming-Plattform Disney+.

Author - Sharone Treskow
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Disney+ steckt in einem Patentstreit. Als Folge können Kunden ihr Geld zurückfordern.
Disney+ steckt in einem Patentstreit. Als Folge können Kunden ihr Geld zurückfordern.Thomas Fuller/imago

Viele Abonnenten von Disney+ müssen derzeit auf hochwertige Video-Standards wie Dolby Vision oder 3D verzichten. Grund ist ein Patentstreit mit dem Technologieunternehmen InterDigital. Welche Rechte haben die Nutzer des Streaming-Riesen jetzt?

Bildqualität fällt zurück – Disney+ in der Kritik

Nach einer Entscheidung des Landgerichts München verstößt Disney+ beim Streaming mit dynamischem HDR gegen Patentrechte – weshalb der Konzern die Premium-Formate vorerst abschalten musste. Für Nutzer bedeutet das: weniger Kontrast, weniger Farbtiefe, weniger der versprochenen Premium-Qualität.

Disney betont, man arbeite „so schnell wie möglich“ an Lösungen. Doch für viele zahlende Kunden ist die Verschlechterung im laufenden Abo mehr als ärgerlich. Der Ausfall betrifft insbesondere Inhalte, die zuvor gerade mit bestmöglicher Technik beworben wurden.

„Mandalorian“, das Spin-off von „Star Wars“, gehört zu den erfolgreichsten Serien auf Disney+.
„Mandalorian“, das Spin-off von „Star Wars“, gehört zu den erfolgreichsten Serien auf Disney+.Imago/Supplied by LMK

Disney+ bietet in Deutschland drei Haupt-Abo-Modelle an, die sich in Preis und Leistung unterscheiden: Standard mit Werbung (6,99 Euro im Monat), Standard (10,99 Euro im Monat) und Premium (15,99 Euro im Monat). Premium bietet 4K UHD, Dolby Atmos und vier parallele Streams.

Verbraucherzentrale fordert Entschädigungen

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht in der Einschränkung einen klaren Mangel. Fehlen zugesicherte oder üblicherweise erwartbare Qualitätsmerkmale, können Abonnenten ihr Entgelt mindern. Eine Sprecherin erklärt: „Rechtlich ist allein Disney+ als ihr Vertragspartner dafür verantwortlich, die beworbene und bezahlte Qualität zu gewährleisten.“ Dass ein Patentstreit dahintersteckt, sei für Kunden „völlig unerheblich“.

Betroffene können deshalb für den Zeitraum der schlechteren Qualität Geld zurückfordern. Zusätzlich gerät Disney+ wegen eines anderen Punktes unter Druck: Der Anbieter wurde wegen möglicher Irreführung abgemahnt, weil zwar mit „Unterstützt Dolby Atmos“ geworben wird, der Klangstandard aber nicht für alle Audiospuren zur Verfügung steht.

Teilerfolg – aber kein Ersatz für Dolby Vision

Immerhin: Das Basis-HDR-Format HDR10 ist wieder aktiv. Es bietet einen verbesserten Kontrast und größeren Farbraum, allerdings mit statischen Einstellungen – ohne die dynamischen Anpassungen, die Dolby Vision so hochwertig machen. Der brillant abgestimmte Look, Szene für Szene optimiert, fehlt weiterhin.

Disney bestätigte den Ausfall der Premium-Formate. Eine Sprecherin sagte: „Aufgrund eines Gerichtsverfahrens vor einem deutschen Patentgericht waren wir gezwungen, Änderungen an der Verfügbarkeit einiger Premium-Videoformate vorzunehmen. Wir bedauern sehr, dass dies notwendig war, und teilen die Frustration unserer Kundinnen und Kunden.“

Corey Hendrix in „The Bear“ auf Disney+.
Corey Hendrix in „The Bear“ auf Disney+.imago/Supplied by LMK

Doch bis der Patentkonflikt gelöst ist, bleibt unklar, wann die Premium-Standards zurückkehren. Für Abonnenten bedeutet das: Abwarten – oder, wie die Verbraucherzentrale empfiehlt, einen Teil des Abo-Preises zurückfordern.

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