Dieser TV-Auftritt war nur schwer anzusehen. Markus Lanz hat den SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf am Dienstagabend in seine Talkshow eingeladen. Der 34-Jährige wirkte unvorbereitet und war dem Moderator offensichtlich nicht gewachsen. Bei den einfachsten Fragen geriet er ins Straucheln.
SPD-Politiker kennt die wichtigsten Zahlen nicht
Es sollte wohl ein souveräner Auftritt zum neuen SPD-Grundsatzprogramm werden, doch für Generalsekretär Tim Klüssendorf wurde der Besuch bei Markus Lanz eine peinliche Nummer. Von Beginn an zeigte sich der 34‑Jährige überfordert mit der präzisen Fragetechnik des Moderators.
Als Lanz harmlos fragte: „Wissen Sie, wie viel Deutschland mittlerweile für Soziales ausgibt?“, gab sich Klüssendorf noch selbstbewusst: „Ja. Weiß ich.“ Doch schon beim Nachhaken kippte die Fassade. „Nee, sorry, ein Drittel, die Hälfte ungefähr“, stammelte er und verstrickte sich tiefer, als Lanz genauer wurde: „Wieviel vom BIP, in Billionen gerechnet?“ Klüssendorf: „Also, ich kann es jetzt nicht in Zahlen beziffern. Ich weiß, dass Sie das immer gerne machen …“

Lanz konterte trocken: „Man muss doch wissen, wovon man redet.“ Doch auch danach fand Klüssendorf keinen Halt, sprach von „50 Prozent Sozialquote“ und bat wieder um Korrektur. Als Lanz schließlich die Summe der Sozialausgaben selbst nannte: „Ich glaube, es sind 1,3 Billionen“, wirkte der SPD‑General sichtlich erleichtert.
SPD-General ist Markus Lanz nicht gewachsen
Später setzte Lanz zum nächsten Faktencheck an: „Mit wieviel Geld bezuschussen wir die Krankenkassen jedes Jahr?“ Klüssendorfs Antwort kam prompt: „Weiß ich nicht.“ Auch der Rettungsversuch des Moderators („Ungefähr? Haben Sie eine Idee?“) brachte nichts. „Nee. Sagen Sie!“ Erst die Lanz‑Vorgabe „über 13 Milliarden“ ließ Klüssendorf aufatmen: „Ach so. Ja, klar, sorry.“

Auch bei Fragen zu möglichen Mehrbelastungen oder Freibeträgen blieb der Generalsekretär vage, verwies auf einen „Zwischenbericht einer Kommission“ und darauf, man wolle „zunächst einmal eine Diskussion anstoßen“. Am Ende wirkte der SPD‑Stratege wie jemand, der in der Talkshow weniger diskutierte – sondern vor allem versuchte, nicht endgültig unterzugehen.


