Am Donnerstagabend drehte sich in der Talkshow „Markus Lanz“ wieder alles um US-Präsident Donald Trump und dessen aggressive Außenpolitik. In der Sendung nahm die Diskussion dann plötzlich eine brisante Wendung, als es um das Wirken des Bundesnachrichtendienstes (BND) ging. Da zeigte sich selbst der sonst so gefasste Lanz schockiert.
„Wussten Sie das?“: Lanz schockiert über Enthüllung
Markus Lanz war sichtlich fassungslos, als er fragte: „Der BND hat Barack Obama abgehört?!“ Der Journalist Holger Stark bestätigte ruhig, aber bestimmt: „Ja, immer dann, wenn er konnte. Und er konnte nicht in Washington. Er konnte aber dann, wenn Barack Obama an Bord der Air Force One (...) gewesen ist und von dort aus Gespräche geführt hat. Da hatten die Amerikaner Schwierigkeiten, die zu verschlüsseln.“
Die Überraschung wich kurz darauf einer Art ungläubigem Staunen, als Lanz direkt an Wolfgang Schmidt weitergab: „Wussten Sie das?“ Doch der ehemalige Kanzleramtschef reagierte sofort: „Nein!“

Lanz ließ jedoch nicht locker und merkte an: „Das ‚Nein‘ kam jetzt so schnell!“ Schmidt blieb gelassen und entgegnete: „Ja, weil es wirklich wahr ist.“ Doch der Moderator wollte es ganz genau wissen: „Würden Sie es sagen, wenn es anders wäre?“ Der SPD-Politiker antwortete mit einem kleinen Schmunzeln: „Ja, natürlich.“
Journalist Stark nutzte den Moment, um einen weiteren Punkt klarzustellen: Selbst Angela Merkel soll nicht eingeweiht gewesen sein. „Der BND wusste ziemlich genau, dass er sich da außerhalb des Erlaubten bewegt“, erklärte der Journalist. Ein Satz, der im Studio kurz für Stille sorgte.
Lauscht wirklich jeder mit? Die heikle Frage nach den USA
Die nächste Frage lag da fast schon in der Luft. Lanz wollte wissen, ob auch heute noch aktive Spitzenpolitiker im Visier fremder Dienste stehen könnten: „Muss man davon ausgehen, dass die Friedrich Merz und Olaf Scholz auch abgehört haben?“ Holger Stark antwortete ohne Umschweife: „Ja!“
Ex-Kanzleramtschef Schmidt ergänzte trocken: „Jeder in der Politik weiß oder vermutet oder freut sich, dass andere mithören.“ Ein Satz, der deutlich zeigt, wie sehr Überwachung offenbar zum politischen Alltag gehört – oder zumindest dazu, was viele dafür halten.

Doch damit war die Debatte längst nicht vorbei. Lanz richtete den Blick wieder auf den BND und fragte nach dem derzeitigen Stand der Dinge: „Müssen wir davon ausgehen, dass der BND weiterhin auch die Air Force One abhört?“ Stark blieb vorsichtig: „Das hat das Kanzleramt [...] vor ein paar Jahren [...] untersagt. Ich bin nicht sicher, ob dieser Erlass immer noch gilt. Aber ich glaube, der BND traut sich das nicht mehr.“
„Wüsste ganz gerne, was Trump so sagt“
Lanz wollte jedoch nicht bei vagen Antworten stehen bleiben und hakte weiter nach: „Technisch wär’s drin?“ Dieses Mal musste Stark zugeben: „Technisch ginge das noch. Und ehrlich gesagt: Ich wüsste ganz gerne, was Trump an Bord der Air Force One so sagt.“ Ein Satz, der für Lacher im Studio sorgte – und der die Debatte über politische Neugierde auf die Spitze trieb. Lanz schloss sich an: „Da würde es auch mehr Sinn machen vielleicht als bei Obama.“




