Bei Markus Lanz hat es mal wieder ordentlich gekracht! Der Moderator wollte am Mittwochabend in seiner gleichnamigen Talkshow von Politikerin Beatrix von Storch wissen, wie ihre AfD denn im Hinblick auf Venezuela, Grönland und Iran zur aktuellen Außenpolitik von Donald Trump steht. Daraufhin hagelte es viele Vorwürfe. Am Ende hatte Lanz die stärkeren Argumente.
Von Storch stellt sich hinter Trump
Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende ärgerte sich bei Markus Lanz über die vielen kritischen Stimmen aus Deutschland bezüglich Trumps Außenpolitik – und riet dazu, sich mit den Realitäten abzufinden und auf die eigenen Interessen zu konzentrieren, statt zu moralisieren.
Von Storch betonte: „Das ist wieder typisch deutsch oder typisch europäisch: Wir machen nichts, wir können nichts, aber wir urteilen über die anderen.“ Trump erreiche mit seiner unkonventionellen, überrumpelnden Art eine ganze Menge – auch in Grönland.

Für diese Aussagen bekam die ehemalige EU-Abgeordnete reichlich Gegenwind, unter anderem von Journalistin Ulrike Herrmann: Die USA würde mit ihrem Vormarsch niemandem einen Gefallen tun. Trump gehe es letztlich nur um Trump, lautete Herrmanns Fazit.
Wurde bei Lanz mangelnde Meinungsfreiheit angepriesen?
Die Talkshow erreichte ihren emotionalen Höhepunkt bei einem Thema, das nur am Rande mit US-Außenpolitik zu tun hatte – und endete in einem offenen Schlagabtausch zwischen Lanz und von Storch.
Die AfD-Politikerin erklärte, die US-Regierung sei „zu Recht besorgt über den Zustand insbesondere der deutschen Demokratie sowie den Umgang mit der Opposition hierzulande“ und fügte hinzu: „Ich finde es sehr beruhigend zu wissen, dass die Vereinigten Staaten das auf dem Radar haben und das adressieren.“

Als Beispiel für angeblich mangelnde Meinungsfreiheit verwies sie ausgerechnet auf eine „Markus Lanz“-Sendung – in der Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angeblich gesagt habe, ein Magazin wie „Nius“ müsse man „im Zweifelsfall verbieten“. Das Nachrichtenportal, gegründet 2022 und geleitet vom Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt, gilt als rechtspopulistisch und tendenziös.
Von Storch bekommt Standpauke von Lanz
Doch diesen Vorwurf konnte Lanz nicht auf sich sitzen lassen. Er konterte mit dem Originalausschnitt und zeigte, dass von Storchs Darstellung eine grobe Verkürzung war. Günthers Worte seien verfälschend zitiert worden, auch wenn sein Auftritt am 7. Januar tatsächlich eine Debatte über Meinungs- und Medienfreiheit ausgelöst hatte.

Von Storch geriet in Erklärungsnot und musste sich am Ende die Standpauke des Moderators gefallen lassen: „Wissen Sie, die Art von Meinungsfreiheit, die Leute wie Sie immer meinen, und das ist auch die Art von Meinungsfreiheit, die JD Vance meint, das ist immer genau die, die ihm gerade passt, und damit habe ich ein riesiges Problem“, warf Lanz ihr wütend vor. Dafür erntete er reichlich Beifall aus dem Studio.


