Der Blackout in Berlin ist behoben, doch die politische Erschütterung wirkt weiter nach. Das umstrittene Tennismatch von Kai Wegner während der Krise entwickelt sich zunehmend zu einer Vertrauensfrage – mitten im Wahljahr. Am Dienstagabend wurde die Affäre auch in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ intensiv diskutiert. Für Wegner hagelt es Kritik von allen Seiten.
Amthor spricht über Verantwortung
Wirtschaftsstaatssekretär und CDU-Kollege Phillip Amthor versuchte zunächst, persönliche Distanz zu schaffen. „Ich spiele kein Tennis“, stellte er klar. Doch schnell wurde deutlich, dass es hier um weit mehr geht als um Sport. „Ich finde, es ist so, dass das natürlich sehr viele bewegt hat in Berlin. Das ist eine schreckliche Situation dort. Es ist wichtig, da richtig zu reagieren.“
Der eigentliche Schaden entstand nicht durch den Tennistermin selbst, sondern durch das, was danach folgte. Moderator Markus Lanz brachte es unverblümt auf den Punkt: „Er hat gelogen.“ Amthor bestätigte den politischen Schaden nüchtern: „Das ist jetzt etwas, was die Glaubwürdigkeit auch erschüttert hat.“

Amthor blieb sachlich und machte deutlich, worum es politisch geht: „Gerade deshalb würde ich als jemand, der auch politische Fehler gemacht hat, sagen: Es ist immer wichtig, zu politischen Fehlern auch zu stehen.“ Zugleich verwies er darauf, dass zumindest technisch schneller gehandelt worden sei als erwartet: „Ich bin froh, dass der Strom schneller da war als gedacht.“ Moderator Markus Lanz kommentierte das trocken als das „verrückte Deutschland-Tempo“.
„Verheerende Nachwirkungen“ im Wahljahr
Noch düsterer fiel die Einschätzung der RND-Journalistin Eva Quadbeck aus. Mit Blick auf den anstehenden Wahlkampf warnte sie eindringlich: „Ich glaube, dass das für ihn verheerende Nachwirkungen haben wird in einem Wahljahr.“



