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Milan Peschel: Warum der Schauspieler seine Rollen nicht frei wählen kann

Schauspieler Milan Peschel spricht über harte Zeiten im Filmgeschäft, fehlenden Humor und seine Rückkehr als Kommissar Danowski.

Author - Mariella Mandurino
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Zusammen mit Sebastian Bezzel (l.) spielt Milan Peschel in dem Film „Danowski – Neunauge“ mit.
Zusammen mit Sebastian Bezzel (l.) spielt Milan Peschel in dem Film „Danowski – Neunauge“ mit.Georges Pauly

Sein Portfolio ist so lang, dass einem fast schwindelig wird, und doch geht der schmale deutsche Schaupspielmarkt auch an ihm nicht vorbei. TV-Star Milan Peschel verrät jetzt: Seine Rollen kann man sich nicht aussuchen.

Schauspieler können sich nicht mehr die Rosinen rauspicken

Er spielt die ulkigsten Rollen und feierte damit zahlreiche Kino- und TV-Erfolge. Jetzt ist Milan Peschel in seiner Rolle als Kommissar Danowski nach fast sieben Jahren zurück und bringt Verbrecher hinter Gitter. Der neue Film „Danowski – Neunauge“ spielt in Hamburg und wurde auch in der Hansestadt gedreht.

Milan Peschel spielt in seinem neuen Film den Hamburger Kommissar Adam Danowski.
Milan Peschel spielt in seinem neuen Film den Hamburger Kommissar Adam Danowski.Georges Pauly

„Das war eine sehr gute Zeit: vier Wochen in Hamburg zu sein und sich im Kosmos dieser Figur zu bewegen. Das Schönste war eigentlich mein Spaziergang mit Till Raether, dem Autor der Romanvorlage. Wir haben uns getroffen und einen schönen langen Spaziergang an der Elbe gemacht. Ich war bei ihm zu Hause und habe ihn besucht“, erzählt Peschel dem KURIER.

Doch auch wenn die Rollen des Schauspielers spaßig sind, ist der Schauspielmarkt hinter den Kulissen gar nicht mehr so üppig. Peschel plaudert aus: „Vielleicht muss ich mal mit dem Mythos aufräumen, dass man sich alle Rollen aussuchen kann. Das ist nicht so, dass ich da jedes Jahr eine Reihe von Büchern auf dem Tisch habe und dann picke ich mir da die Rosinen raus. So ist es überhaupt nicht.“ Stattdessen lebe man „von dem, was so reinkommt“.

Gerade am Anfang einer Karriere freuen sich Schauspieler über jedes Casting, so Peschel. Besonders achtet der Berliner darauf, wie viel Komik in dem Film und seiner zu spielenden Figur steckt.

Ein Drehbuch müsse ihn „nicht mal unbedingt immer total interessieren. Es darf mich nur nicht absolut abstoßen. Es gab auch schon Angebote, wo ich gedacht habe: ‚Naja, das lässt du mal lieber bleiben. Das ist wirklich Unsinn‘. Aber wenn ein bisschen Humor dabei ist, und nicht so belehrt daherkommt, dann kann ich erst mal schon viel damit anfangen.“

Die deutsche Film- und Fernsehbranche ist bieder geworden

Milan Peschel schaut gerne in die Zukunft und weint der Vergangenheit nicht nach. So bereut er es auch nicht, dass er manche Rollen abgelehnt hat. „Damals waren die Umstände immer andere. Das ist ja wie Nachtreten gegen sich selber. Aus der Erfahrung ist man klug geworden und dann zu sagen, das würde ich aber heutzutage nicht mehr machen, finde ich schwierig“, sagt er zum KURIER.

In seinen Filmen spielt Milan Peschel gerne humorvolle und ulkige Figuren.
In seinen Filmen spielt Milan Peschel gerne humorvolle und ulkige Figuren.Georges Pauly

Vor allem bringt der Schauspieler gerne Humor in seine Filme ein, weil dieser ihm in der heutigen Zeit sehr fehlt. Der deutsche Humor sei zu „bieder“ geworden. „In den 1920er-Jahren war das anders. Da war das eine viel freiere Denkweise. Berlin war wirklich eine Weltstadt. So mit allen Rissen, die da auch durchgehen, und mit allen Widersprüchen.“

Die Filmfigur Danowski passt wunderbar zu den Vorstellungen einer humorvollen Rolle. Denn der Kommissar überzeugt die Zuschauer mit seiner ulkigen, manchmal auch etwas unbeholfenen, aber doch lustigen Art.

Milan Peschels größtes Highlight an den Dreharbeiten: „Ich hatte Kollegen dabei, mit denen ich wirklich gerne Zeit verbracht habe, und da ist dann sowieso jeder Tag gut verbrachte Zeit, weil man sich so miteinander versteht.“

„Danowski – Neunauge“ ist ab dem 2. Mai in der ZDF-Mediathek zu sehen und läuft am 11. Mai um 20.15 Uhr im Fernsehen.

Finden Sie auch, dass der Humor in deutschen Film- und Fernsehproduktionen bieder geworden ist? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com