Großer Auftritt nach langer Pause: Jennifer Rush hat im MDR-„Riverboat“ nach 13 Jahren ihr TV-Comeback gefeiert – und dabei gleich für erstaunte Gesichter gesorgt. Denn die amerikanische Pop-Ikone spricht fast akzentfrei Deutsch. Viele Zuschauer wussten das bislang nicht. Im Talk wurde dann klar: Hinter den Sprachkenntnissen steckt eine bewegte Kindheit zwischen den USA und Deutschland.
Gewusst? Die Sängerin ist auch in Deutschland aufgewachsen
Geboren wurde Rush 1960 in New York City als Heidi Stern. Musik war ihr praktisch in die Wiege gelegt worden: Ihr Vater Maurice Stern war Tenor an der New York City Opera, ihre Mutter Barbara Stern Pianistin. Doch das Leben der Familie änderte sich früh. 1969 zog sie nach Deutschland – ihr Vater hatte ein Engagement im schleswig-holsteinischen Flensburg bekommen. Für die damals Neunjährige ein harter Einschnitt.

Im „Riverboat“ erinnert sich Rush offen an diese Zeit und sagt: „Es war ein Schock für mich, als ich als Kind von New York City nach Flensburg kam, ohne Deutschkenntnisse. Ich habe die deutsche Sprache vom Fernseher gelernt, zum Beispiel vom Sandmännchen.“
Ein ungewöhnlicher Weg – der sich ausgezahlt hat. Heute spricht die Sängerin nahezu fließend Deutsch und kehrt immer wieder gerne nach Deutschland zurück.
Kindheit zwischen Deutschland und USA prägt ihre Karriere
Die Zeit in Deutschland war prägend. Sechs Jahre nach dem Umzug trennten sich ihre Eltern. Mit 15 Jahren zog Heidi Stern zurück nach New York, lebte bei ihrer Mutter und schloss dort die Highschool ab. Danach ging es musikalisch weiter – gemeinsam mit ihrem Bruder Stevie, einem Gitarristen, tingelte sie durch Amerika und sammelte erste Bühnenerfahrung.

Doch Deutschland ließ sie nicht los. Ihr zweiter Bruder Bobby, der als Studiomusiker arbeitete, holte sie schließlich zurück. Erste Veröffentlichungen unter ihrem bürgerlichen Namen blieben allerdings erfolglos. Erst der Wechsel zum Künstlernamen Jennifer Rush sollte alles verändern. Mit der Single „25 Lovers“ gelang 1984 der Durchbruch. Noch größer wurde der Erfolg ein Jahr später.
Welthit „Power of Love“ macht Jennifer Rush zur Legende
Im Januar 1985 erschien die Ballade „Power of Love“ – und katapultierte Jennifer Rush an die Spitze der Charts. Der Song wurde in Großbritannien zur meistverkauften Single einer Solokünstlerin in der Geschichte der britischen Musikindustrie. Dafür gab es eine Diamant-Schallplatte und sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Auch in Deutschland schlug der Welthit ein: Von Ende Januar 1985 bis Mitte Februar 1986 hielt sich die Single mit Unterbrechungen fast sieben Monate in den Charts – ein beeindruckender Rekord.


