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GNTM-Star Anya Elsner packt aus: „Das Dschungelcamp trieb mich in die Essstörung“

Anya Elsner spricht erstmals offen über ihre Essstörung, den schwierigen Bruch mit ihrer Mutter und ihr TV-Comeback bei „Prominent verwandt“.

Author - Julia Nothacker
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Anya Elsner nach ihrem Auszug aus dem Dschungelcamp.
Anya Elsner nach ihrem Auszug aus dem Dschungelcamp.IMAGO/STAR-MEDIA

Triggerwarnung Essstörung! Das folgende Interview mit Anya Elsner behandelt die Themen Magersucht und Essstörung. Wenn Sie selbst betroffen sind oder Sie Betroffene kennen, finden Sie Hilfe auf essstoerungen.bioeg.de oder beim Beratungstelefon 0221-892031.

Es sind erschreckende Worte, mit denen sich Ex-GNTM-Teilnehmerin Anya Elsner vor wenigen Tagen an den Berliner KURIER wendet: „Ich habe weiter abgenommen. Ich weiß, dass es schlecht für meinen Körper ist, aber ich habe gerade nicht vor, zuzunehmen.“

Vom GNTM-Traum zum Dschungelcamp-Albtraum: Anya Elsner berichtet über ihre Essstörung

Die 22-jährige Anya hat sich optisch verändert, trägt jetzt eine schwarze Dauerwelle und ist kaum wiederzuerkennen, als wir sie beim Public Viewing des GNTM-Finales in Berlin treffen. Anya war im Jahr 2023 selbst mal Kandiatin bei „Germany's Next Topmodel“ - es sollte ihr Start in ein neues, aufregendes Leben als Reality-TV-Darstellerin werden, stattdessen wurde Anyas Leben zum Albtraum.

Anya Elsner 2023 bei „Germany's Next Topmodel“.
Anya Elsner 2023 bei „Germany's Next Topmodel“.ProSieben/Richard Hübner

Die Teilnahme am RTL-Dschungelcamp endete in einem Desaster, bereits als zweite Kandidatin wurde sie rausgewählt. Hinzu kam der öffentliche Zoff mit ihrer Mutter, die sogar mit einem Anwalt gegen ihre eigene Tochter vorging. Weitere TV-Formate blieben aus, das Verhältnis mit ihrer Mutter war zerstört – der Moment, der Anya in die Krankheit, die Essstörung, trieb.

„Ich habe seit zwei Jahren mit einee Esstörung zu kämpfen, Magersucht. Ich begann damals, mein Gewicht zu hinterfragen und über das Essen nachzudenken – direkt nach dem Auszug aus dem Dschungelcamp. Ich habe vier Kilo abgenommen und das gab mir die erste Motivation, weiter abzunehmen. Ich habe Kalorien gezählt, habe mich viel bewegt und musste mindestens 10.000 Schritte am Tag laufen.“

Anya Elsner im Dschungelcamp 2024.
Anya Elsner im Dschungelcamp 2024.RTL

Anya glaubt, dass die schwierige Zeit rund um das Dschungelcamp und die zerrüttete Beziehung mit ihrer Mutter dazu beigetragen haben, dass sie in die Magersucht geriet. „Zum einen glaube ich, dass das Dschungelcamp einer der Auslöser war. Jedoch glaube ich, dass meine Mutter auch ein großer Faktor ist. Unsere Beziehung zueinander ist schon seit Jahren am Bröckeln und ich fühlte mich nur noch selten geliebt, gesehen und verstanden von ihr. Ich hatte nicht das Gefühl, meine Mutter würde mich lieben, so wie man sein Kind normalerweise liebt. Ich habe weiter Gewicht verloren mit dem Hintergedanken: ‚Vielleicht sieht sie mich ja dann, sieht, wie schlecht es mir geht und macht sich dann Sorgen um mich.‘ Dem war aber nicht so. Ich hab das früg gemerkt, dass da wenig Support kam und dann hat die Anorexie so sehr überhandgenommen, dass ich immer weiter gemacht habe – bis heute. Dieses Business kann zu einer Essstörung führen. Ich glaube, man muss da abgehärtet sein und ich muss auch dazu sagen, dass ich mich da anfangs sehr reingesteigert habe.“

Trotz Therapie: Warum Anya Elsner ihre Krankheit noch nicht hinter sich lassen kann

Für Anya kam der Punkt, an dem sie merkte, dass es so nicht weitergeht. Sie ging in eine Klinik. „Am Anfang war es auszuhalten, aber irgendwann habe ich gemerkt, ich komme nicht mehr damit klar, ich schaffe das nicht mehr und brauche Hilfe. Deswegen war ich Anfang des Jahres in einer Klinik. Leider hat das nicht ganz so viel gebracht. Ich würde sagen, dass ich jetzt auf dem gleichen Stand bin wie vorher. Ich glaube, ich war noch nicht bereit dafür. Die Therapie war gut – ich weiß, woran ich arbeiten kann –, aber ich bin noch zu tief in der Krankheit drin, so dass ich mir gar nicht helfen lassen möchte.“

Anya ist schonungslos ehrlich mit sich selbst und weiß, dass sie sich mit ihrem Verhalten selbst schadet, kann dieses aber noch nicht kontrollieren. „Ich habe gesehen, wie es ist, Hilfe zu bekommen, aber ich bin noch nicht bereit, diese Hilfe anzunehmen. Ich genieße die Krankheit leider gerade noch zu sehr. Ich weiß, dass das nicht gesund für mich und meinen Körper ist – so reflektiert bin ich, aber dennoch will ich die Krankheit noch etwas ausleben.“

Worte, die erschüttern und deutlich machen, wie tückisch und grausam die Krankheit ist. Anya will aktuell zwar noch keine professionelle Hilfe von außen annehmen, hat aber gute Freunde und neuerdings auch einen Partner, die ihr alle zur Seite stehen und sich regelmäßig nach ihr erkundigen. Doch die Unterstützung von der Person, die sie sich aber am meisten wünscht, bleibt ihr laut eigener Aussage weitgehend verwehrt: von ihrer Mutter.

TV-Comeback mit der Mutter: Versöhnung vor laufender Kamera bei „Prominent verwandt“?

Ausgerechnet mit ihr geht Anya jetzt zusammen in ein TV-Format. Demnächst nehmen Mutter und Tochter als Team bei „Prominent verwandt“ (RTL+) teil – dort könnte Anya auch die Kandidatin sein, mit der Legat-Sohn Nico Legat fremdgegangen sein soll. Zumindest deutet Anya das in unserem Interview an.

Hatten Anya Elsner und Nico Legat bei „Prominent verwandt“ etwas miteinander?
Hatten Anya Elsner und Nico Legat bei „Prominent verwandt“ etwas miteinander?Collage R. Stoffels/Future Image/Imago und Gartner/Imago

Die Teilnahme an dem TV-Format hat Mutter und Tochter wieder näher zusammengebracht, sagt Anya. „Es war zuerst schon schwierig für mich, mit meiner Mutter in einem TV-Format zu sein - gerade weil wir diese Vergangenheit haben. Es gab schon die Angst: Könnte es vielleicht wieder knallen? Aber ich glaube, es hat gut funktioniert. Wir haben uns auch sehr zusammengerissen. Die Versöhnung mit meiner Mutter war sehr spontan. Es hat nicht lange gedauert, da waren wir wieder sehr eng miteinander. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns auch relativ gut verstanden. Wir sind auf einem guten Weg.“

Ob das Verhältnis zu ihrer Mutter auch heute noch so ist, wie Anya es sich wünscht, sehen wir dann bei  der Ausstrahlung von „Prominent verwandt“ – einen Veröffentlichungstermin gibt es bisher leider noch nicht.

Für ihre Offenheit verdient Anya Respekt. Doch nicht alle werden das so sehen und Verständnis für Anya zeigen. Die 22-Jährige polarisiert, selbst bei solch einem sensiblen Thema wie ihrer Essstörung. Man kann Anya Elsner nur wünschen, dass ihr mögliche negative Kommentare nicht viel anhaben können und dass sie hoffentlich bald bereit ist, Hilfe anzunehmen.

Infos & Beratungsstellen
- www.bzga-essstoerungen.de
- www.anad.de
- www.dick-und-duenn-berlin.de
- www.waage-hh.de