Ihr Leben war nicht immer einfach, und trotzdem hat sich Gerit Kling (60) durch die DDR-Zeit gekämpft. Vom ostdeutschen Mädchen wurde Kling zum Star. Jetzt öffnet die Schauspielerin ihr DDR-Fotoalbum und gibt Einblick in ihre Kindheit und Jugend.
Gerit Kling schreibt in ihrer Kolumne „Gerits Welt“ über ihr Leben in der DDR und heute
Gemeinsam mit ihrer Schwester Anja Kling (56) wuchs Gerit in Wilhelmshorst bei Potsdam auf. Mit fünf Jahren stand Gerit erstmals für Konrad Wolfs Film „Goya“ vor der Kamera. Und obwohl die Schauspielerin eine schöne Kindheit hatte, wollte sie mit 24 Jahren Ostdeutschland und die DDR verlassen.

Darüber und über zahlreiche andere Geschichten aus ihrem Leben schreibt Kling nun exklusiv in ihrer neuen Kolumne „Gerits Welt“, die ab dem 30. April jeden zweiten Donnerstag im Berliner KURIER zu lesen ist.
Für Familie Kling waren Familienzusammenhalt und Ehrlichkeit immer wichtige Bestandteile. Daran halten sich die beiden Töchter bis heute.

Über ihre Mutter erzählt die Schauspielerin dem KURIER: „Obwohl ich manchmal sehr mit ihr aneinandergerate, gerade weil wir uns so ähnlich sind, hat meine Mutter mich ein Leben lang geprägt, weil sie mir mit der Muttermilch eingetrichtert hat: Man muss an sich arbeiten, man darf sich nicht ausruhen im Leben, man muss sich weiterbilden, sich neu erfinden und immer kreativ bleiben.“

Von ihrem Vater hat sie den Humor und die Sportlichkeit geerbt: „Mein Vater war immer ein sehr schlanker Mensch, sehr dynamisch, sehr sportlich. Und ich bin ja auch sehr schmal und immer sehr sportlich unterwegs gewesen.“
Gerit und Anja Kling flüchteten aus der DDR
1982 startete Kling ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und drehte ihre ersten Filme. Nur vier Tage, bevor die Mauer fiel, floh Gerit Kling gemeinsam mit Schwester Anja nach Westdeutschland. Trotz erfolgreicher Schauspielkarriere war für die Schwestern klar: Sie wollen nicht mehr im DDR-Käfig gefangen sein.

Als die Mauer am 9. November 1989 fiel, standen Gerit und Anja in einem Auffanglager in Nürnberg seit 14 Stunden für ihre neuen Papiere an. Die Nachricht kam völlig überraschend.
Kling zum KURIER: „Mit dem ersten Flieger sind wir dann von Nürnberg nach Hause geflogen, nach West-Berlin. Es wirkte wie ein One-Way-Ticket, es kam einem vor, als würdest du zum anderen Planeten fahren.“ Für die Schwestern eröffnete sich eine neue Welt.

Und trotzdem: Wenn Kling auf ihre DDR-Zeit zurückblickt, „dann sehe ich eine glückliche Kindheit. Ich sehe ein fröhliches, glückliches Kind. Eine unbeschwerte Zeit und eine liebevolle Familie.“
„Wir sind in der Kindheit durch dick und dünn gegangen“
Bis heute pflegen die Schwestern ein wunderbares Verhältnis zueinander. Ihr erstes Haus kauften sie sich sogar gemeinsam. Gerit über ihre Schwester: „Schon als wir klein waren, haben wir uns sehr gut verstanden. Anja und ich waren ganz, ganz eng. Bis zum heutigen Tag ist das so geblieben. Wir sind in der Kindheit durch dick und dünn gegangen und wir hatten ein sehr liebevolles Zuhause.“



