Es beginnt wie eine jener Geschichten, die man eher in dunklen Archiven als im Leben einer bekannten Künstlerin vermuten würde: Eine junge Familie in der DDR, ein Neugeborenes, das um sein Leben kämpft – und ein Staat, der entschied, wer trauern durfte und wer nicht. Was Jeanette Biedermanns Eltern damals erlebten, ist ein Kapitel voller Schmerz und ungeklärter Fragen, das die Familie bis heute verfolgt.
Jeanette Biedermann spricht über das DDR‑Drama um Bruder Dennis
Jeanettes Bruder Dennis kam vier Jahre vor Jeanettes Geburt als Frühchen in der DDR zur Welt und wurde im Krankenhaus im Brutkasten versorgt. Über das Thema sprach Jeanette Biedermann, die aktuell ihr erstes Kind erwartet, bereits im Jahr 2020 im Interview bei der ZDF-Sendung „Volle Kanne“.
Zunächst gab es Grund zur Zuversicht: Der Zustand des kleinen Dennis stabilisierte sich, und die Ärzte signalisierten, dass er bald nach Hause könnte.

Dann jedoch kam der Anruf, der das Leben der Familie für immer veränderte: Die Eltern wurden informiert, ihr Sohn sei verstorben – ohne Abschied, ohne Erklärung, ohne Möglichkeit, ihn noch einmal zu sehen. Die Behörden verweigerten ihnen sogar eine Beerdigung. Statt Mitgefühl erhielten sie die kaltherzige Empfehlung, einfach „ein neues Kind zu machen“.
Ungeklärtes DDR‑Schicksal: Verschwundene Babys, vertuschte Wahrheiten
Was die Tragödie so beklemmend macht: Bis heute weiß niemand, was wirklich mit Dennis geschah.
In der DDR war es keine Seltenheit, dass Kinder plötzlich „verstarben“ – zumindest offiziell. In Wahrheit wurden sie systemkritischen Familien weggenommen und an regimetreue Paare gegeben. Teilweise sogar verkauft. Das belegen mehrere Zeitzeugenberichte und historische Recherchen. Genau dieses Schicksal könnte auch Dennis getroffen haben.
Moderatorin Nadine Krüger bestätigte in ihrem Gespräch mit Jeanette, dass solche Fälle damals tatsächlich vorkamen: Babys, die angeblich tot waren, aber später in völlig anderen Familien wieder auftauchten. Für Jeanettes Eltern blieb die Wahrheit im Dunkeln – und mit ihr eine Wunde, die nie heilen sollte.
Ihnen wurde nicht nur ein Kind genommen – ihnen wurde die Möglichkeit geraubt, zu trauern, Abschied zu nehmen, Antworten zu bekommen. „Meine Eltern haben auch lange gebraucht, um das zu verarbeiten“, sagte Jeanette damals.




