Ein Gewaltverbrechen erschüttert derzeit Wien und sorgt auch in Berlin für Bestürzung. Die frühere Box-Promoterin und Buchautorin Etchika Pollex ist tot. Die 70-Jährige wurde am Mittwochabend in ihrer Wohnung in der österreichischen Hauptstadt entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. Im Mittelpunkt der Fahndung steht ihr Mitbewohner, der seit der Tat verschwunden ist.
Freunde fanden Etchika Pollex leblos in der Wohnung
Den leblosen Körper fanden Freunde, nachdem sie die 70-Jährige über längere Zeit nicht erreichen konnten, wie die Bild-Zeitung berichtet. In der Dachgeschosswohnung nahe des Wiener Naschmarkts bot sich ihnen ein schockierendes Bild. Laut Ermittlern wies Pollex mehrere Messerstiche auf. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab und leitete umgehend eine Fahndung nach dem Mitbewohner ein. Das Motiv der Tat ist bislang unklar.

Etchika Pollex war weit über die Boxszene hinaus bekannt. Geboren wurde sie in der DDR als Olaf. Schon früh habe sie gespürt, im falschen Körper zu leben. Später schilderte sie in ihrer Autobiografie ihre Flucht aus Ost-Berlin sowie ihren Weg durch eine von Männern geprägte Sportwelt.
Als Promi-Box-Promoterin arbeitete sie mit bekannten Sportlern zusammen und machte sich in der Branche einen Namen. Erst im Alter von über 60 Jahren entschied sie sich in Thailand für eine geschlechtsangleichende Operation. Anschließend setzte sie sich öffentlich für die Anerkennung als Transfrau ein.
Nach einer Trennung zog Pollex nach Wien, wo sie noch einmal neu anfangen wollte. In den sozialen Netzwerken zeigte sie sich zuletzt glücklich verliebt. In einem TikTok-Video sagte sie vor wenigen Tagen: „Mein Leben hat eine wunderschöne Wendung genommen.“ Gleichzeitig sprach sie von einer schwierigen Situation mit ihrem Partner. Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich und erklärte: „Unsere Liebe ist wunderbar.“
Die Boxwelt trauert um tote Etchika Pollex
Auch in der Boxwelt löste die Nachricht große Betroffenheit aus. Der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer, Thomas Pütz, bezeichnete Pollex gegenüber „heute.at“ als eine schillernde Persönlichkeit, die jedoch auch häufig an die falschen Menschen geraten und ausgenutzt worden sei. Zuletzt habe er sie im April bei einer Boxveranstaltung getroffen.


