Promi-News

Promi-Wut auf Wegner: Jetzt rechnen TV-Stars gnadenlos ab

Nach Kai Wegners Rückzug als Spitzenkandidat gehen mehrere TV-Stars auf die Barrikaden. Caroline Beil, Tina Ruland und Simone Thomalla finden deutliche Worte.

Author - Sharone Treskow
Teilen
Caroline Beil ist froh, dass Kai Wegner als Spitzenkandidat abgedankt hat.
Caroline Beil ist froh, dass Kai Wegner als Spitzenkandidat abgedankt hat.M. Behrens/Future Image/Imago ; Jürgen Heinrich/Imago

Der Rückzug von Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl schlägt hohe Wellen – und zwar weit über die politische Blase hinaus. Dass der Politiker im Zuge des großen Stromausfalls in Berlin offenbar darüber gelogen hatte, wie beschäftigt er an diesem Tag tatsächlich war, regt auch deutsche Stars tierisch auf.

Caroline Beil findet für Wegner deutliche Worte

Ausgerechnet auf dem Roten Teppich der Emmy-Party im Grunewalder Schlosshotel wurde der Noch-Bürgermeister am vergangenen Freitag zum bestimmenden Thema des Abends. Statt über neue Serien und Filmprojekte zu plaudern, rechneten gleich mehrere bekannte Schauspielerinnen vor laufender Kamera scharf mit Wegner und der deutschen Politik insgesamt ab. So viel Klartext auf einer Glamour-Veranstaltung hat es selten gegeben.

Den Anfang machte die Schauspielerin Caroline Beil. Im Interview mit dem YouTube-Channel „Tik Online“ kommentierte sie den Rückzug Wegners ohne jede Diplomatie: „Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten, finde ich.“ Es sei ein Wunder, dass es so lange gedauert habe. „Solche Pfeifen braucht keiner, sorry.“

Caroline Beil hält nicht zurück mit ihrer Kritik an Kai Wegner.
Caroline Beil hält nicht zurück mit ihrer Kritik an Kai Wegner.Ralf Müller/Imago

Doch Beil ließ es nicht beim Bürgermeister. Von den Politikern insgesamt wünsche sie sich, „dass sie Politik für die Leute machen und nicht, um sich in die nächste Legislaturperiode zu retten“. Genau das missfalle vielen Menschen gerade, „weil sie merken, die Politiker kümmern sich null, die setzen sich zusammen und reden von irgendwelchen Reformen, die keine sind“.

Tina Ruland macht die Altparteien für den AfD-Aufstieg verantwortlich

Ähnlich scharf äußerte sich die Schauspielerin Tina Ruland gegenüber dem YouTube-Channel. Die derzeitige Lage bezeichnete sie als „extremst beängstigend“ – was in der Politik passiere, „geht auf keine Kuhhaut“. Sie wünsche sich, dass Politiker endlich auf den Souverän hörten, „nämlich wir, die Arbeitgeber dieser Politiker“. Stattdessen werde das Volk nur noch angelogen. „Es wird was ausgesprochen und dann wird es einfach wieder zurückgenommen und niemand schert sich mehr.“

Tina Ruland ist enttäuscht von der derzeitigen Politik.
Tina Ruland ist enttäuscht von der derzeitigen Politik.Eventfoto54/Imago

Den Aufstieg der AfD sieht Ruland klar als Konsequenz politischen Versagens: „Daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“

Außerdem forderte sie Konsequenzen für Fehlverhalten im Amt und verwies auf die Masken-Affäre um Jens Spahn. „Es gibt scheinbar keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik. Es geht nur noch darum: Wie bereichere ich mich selbst?“, sagte Ruland im Interview mit „Tik Online“.

Simone Thomalla warnt vor einer deutschen „Wutgesellschaft“

Auch Simone Thomalla machte deutlich, dass ihr Vertrauen in die Politik aufgebraucht ist. „Es ist immer mehr die Frage: Was ist Wahrheit, was nicht? Man muss immer alles 100-mal hinterfragen“, sagte die Schauspielerin. Deutschland sei keine Streitgesellschaft mehr, sondern eine Wutgesellschaft. „Bist du nicht meiner Meinung? Dann wird gleich Hass über dich geworfen.“ Als Kind der DDR finde sie es nicht hinnehmbar, dass kein offener Dialog mehr möglich sei.

Simone Thomalla ist gegen ein AfD-Verbot.
Simone Thomalla ist gegen ein AfD-Verbot.Michel Kaers/Imago

Beim Thema AfD-Verbot wurde Thomalla besonders deutlich: „Verbieten, verbieten, verbieten, AfD verbieten. Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!“

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.