Kritik nach Live-Sendung

Zuschauer entsetzt über Fernsehgarten-Moment mit Andrea Kiewel – so reagiert das ZDF

Andrea Kiewel steht nach einer umstrittenen Bemerkung im ZDF-„Fernsehgarten“ in der Kritik. Jetzt bezieht das ZDF Stellung.

Author - Julia Nothacker
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Andrea Kiewel beim ZDF-Fernsehgarten.
Andrea Kiewel beim ZDF-Fernsehgarten.Bobo/IMAGO

Eigentlich sollte es ein nostalgischer Ausflug in die Welt der Pokémon-Karten werden. Doch ausgerechnet ein lockerer Moment im ZDF-„Fernsehgarten“ sorgt jetzt für hitzige Diskussionen im Netz. Moderatorin Andrea Kiewel sieht sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert – viele Zuschauer sprechen von Alltagsrassismus.

Andrea Kiewel in der Kritik: Ein Fernsehgarten-Moment sorgt für Empörung

Was war passiert? Am vergangenen Sonntag (12. Juli) waren zwei Pokémon-Fans zu Gast im „Fernsehgarten“, um über seltene Sammelkarten und ihre Leidenschaft für das Kult-Franchise zu sprechen. Dabei wurde auch eine „Pikachu World Collection“ vorgestellt – ein Kartenset mit neun verschiedenen Sprachversionen der beliebten Figur.

Als die Gäste die Karten durchgingen, begrüßte Andrea Kiewel die jeweiligen Länder mit einzelnen Wörtern in den entsprechenden Sprachen. Doch bei einer Karte passierte der folgenschwere Moment: Kiewel bezeichnete die Karte als „chinesisch“, obwohl es sich um eine japanische Karte handelte. Anschließend imitierte sie die Schriftzeichen mit den Worten „Ching Chong Chang“.

Sofort verbreitete sich der Ausschnitt in den sozialen Medien. Zahlreiche Nutzer kritisierten die Szene scharf. Besonders die Vermischung von chinesischer und japanischer Sprache sowie der verwendete Spruch stießen vielen sauer auf. Einige Zuschauer werteten die Aussage als klassisches Beispiel für Alltagsrassismus gegenüber Menschen asiatischer Herkunft.

Fernsehgarten-Aufreger: ZDF und Andrea Kiewel entschuldigen sich

Dabei geht es vielen Kritikern offenbar weniger um die Absicht hinter der Aussage als um deren Wirkung. In den sozialen Netzwerken wird argumentiert, dass solche Sprüche zwar oft als harmloser Spaß gemeint seien, von Betroffenen jedoch seit Jahrzehnten als abwertende stereotype Nachahmungen erlebt würden.
- „Gute Laune, schön und gut, aber wieso dieser Spruch bei dem Beitrag über Pokémon? Alltagsrassismus muss echt nicht sein, bei so einer Sendung müsste man sich der Verantwortung bewusst sein. Und es ist auch nicht nur ‚Humor‘, ich habe Familie, die solche ‚Sprüche‘ seit Jahren ertragen muss und es ganz und gar nicht ‚witzig‘ findet.“
- „Hoffe, es gab eine deftige Nachbesprechung bezüglich der rassistischen Äußerung eurer Moderatorin. Ich musste solche Sprüche schon als Kind ertragen und wegen genau dieser Reproduktion von Alltagsrassismus erleiden meine kleinen Cousins & Cousinen den gleichen Blödsinn.“

Das ZDF und Andrea Kiewel haben sich für den Vorfall entschuldigt.
Das ZDF und Andrea Kiewel haben sich für den Vorfall entschuldigt.Bobo/IMAGO

Das ZDF hat sich mittlerweile auf Social Media zu Wort gemeldet: „Im ‚ZDF-Fernsehgarten‘ mit dem Motto ‚90er Jahre‘ wurde der damals aufkommende ‚Pokémon‘-Trend beleuchtet. Die spontan getätigte Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint. Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“

Es scheint, als handle es sich bei dem Vorfall um keine bewusst diskriminierende Aussage von Andrea Kiewel, sondern vielmehr um eine gedankenlose Bemerkung. Doch genau darin liegt für viele Kritiker das Problem: Solche Sprüche mögen harmlos gemeint sein, greifen aber auf Klischees zurück, die Menschen asiatischer Herkunft seit Jahren immer wieder hören müssen. Die Aufregung zeigt deshalb vor allem eines: Auch im Live-Fernsehen lohnt es sich, einen Moment länger darüber nachzudenken, was man sagt – denn zwischen einem flapsigen Scherz und verletzendem Alltagsrassismus kann die Grenze manchmal schmaler sein, als man glaubt.