Kommentar

Herr Wegner, Sie haben so viel Eigenlob und so wenig Größe gezeigt!

Kai Wegner zieht seine Spitzenkandidatur zurück – und seine Rede am Freitag sorgt für Kopfschütteln. Ein Kommentar über Eigenlob, Ausreden und fehlende Einsicht.

Author - Mariella Mandurino
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Kai Wegner zog am Freitagnachmittag seine Spitzenkandidatur für die September-Wahlen zurück.
Kai Wegner zog am Freitagnachmittag seine Spitzenkandidatur für die September-Wahlen zurück.Bernd von Jutrczenka

Ich konnte diese Rede kaum anhören. Meine Ohren jaulten, weil fast eine halbe Stunde so viel Mist geredet wurde! Der noch amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner ist die größte Lachnummer, die ich seit Langem gesehen habe. Angeblich seien wir Berliner Kai Wegner ja so wichtig. Ach ja, wann denn, lieber Herr Wegner?

Kai Wegner zieht seine Spitzenkandidatur zurück

Ihre Rede war voller Eigenlob. Sie sagten zu Ihrer zurückgezogenen Spitzenkandidatur: „In diesem Amt war mir immer wichtig, dass ich bleibe wie ich bin und dass ich authentisch bleibe. Dieses Amt ist mir eine große Ehre. Berlin ist meine Heimatstadt. Berlin ist mir eine Herzensangelegenheit. Dabei waren die Menschen immer im Vordergrund, immer im Mittelpunkt. Das habe ich mit großer Leidenschaft gemacht und ich glaube, auch erfolgreich.“

Vielleicht ist Kai Wegner im Tennis besser als in der Politik.
Vielleicht ist Kai Wegner im Tennis besser als in der Politik.kai-wegner.de

Erfolgreich? Sie haben wirklich erfolgreich gesagt? Man könnte nicht unauthentischer und unerfolgreicher sein, als Sie es am Freitag waren. Permanent haben Sie auf die Nachfragen der Journalisten patzig geantwortet. Die Rede und Antworten wirkten so einstudiert, als hätten Sie eine 1+ mit Sternchen dafür erwartet. Aber natürlich: So oft, wie Sie es betont haben, sind sicherlich die bösen, bösen Medien schuld daran, dass Sie in Ihrem Amt kläglich gescheitert sind.

Und die Entscheidung, die Spitzenkandidatur zurückzuziehen, haben Sie, wie Sie es behaupten, sicherlich nicht freiwillig getroffen. So wie Sie auftreten und sich in den vergangenen Monaten verhalten haben, hätten Sie niemals einfach so die Spitzenkandidatur hergegeben. Keine Ahnung, ob Sie durch die Temperaturen oder Ihrem überheblichen Gerede so geschwitzt haben, aber ich würde mich für dieses Verhalten schämen. Ich hoffe, Sie tun es irgendwann auch!

Herr Wegner, Sie hätten Ihr Problem ganz einfach im Januar lösen können – mit Einsicht! Ja, ich war nicht an Ort und Stelle. Ja, ich habe Tennisspielen vorgezogen, weil ich nicht die Relevanz in dem Stromausfall gesehen habe. Aber ständig Ausreden zu suchen und die Schuld irgendwie immer anderen zuzuschieben, hat Ihnen nun wirklich nicht geholfen.

Für diesen nicht ausgeführten Job wurde Kai Wegner mehr als gut bezahlt

Ich erwarte von einem Politiker, CDU-Mitglied und dem Regierenden Bürgermeister der Hauptstadt, dass er pflichtbewusst und immer im Sinne der Bürger handelt. Ich hätte an einem Samstag sicherlich auch keine Lust gehabt, mich um den Idioten-Wahnsinn von Linksextremen zu kümmern. Aber das ist nun einmal Ihr Job und dafür werden Sie auch wirklich gut genug bezahlt.

Kai Wegners Job ist sicherlich nicht einfach, aber er hätte sich seine Fehler eingestehen müssen.
Kai Wegners Job ist sicherlich nicht einfach, aber er hätte sich seine Fehler eingestehen müssen.Jürgen Heinrich/Imago

Und sich dann auch noch zu beschweren, dass das Private in den Medien ausgeschlachtet wird, ist lächerlich. Sie sind eine Person des öffentlichen Lebens, haben sich den Beruf freiwillig ausgesucht und auch bei Ihren Vorgängern Fehler gesehen, die ihnen zum Verhängnis wurden. Eine Partie Tennis und wirklich ungenügende Kommunikation vor das Wohl der Bürger zu stellen und dann auch noch zu jammern, dass es im öffentlichen Diskurs stattfindet, ist peinlich.

Ich hoffe, Ihr Nachfolger lernt aus Ihren Fehlern und ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht mehr in Eigenlob baden, sondern irgendwann tatsächlich zu den mehr als nötigen Konsequenzen stehen.

Was sagen Sie zu Kai Wegners Rede? War es zu viel Eigenlob oder nur ein gekränktes Ego? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com