Neues Gesetz

Schluss mit Roller-Freiheit: Fahrer und Halter haften bei Unfällen mit E-Scootern

Nach schweren E-Scooter-Unfällen verschärft der Bundestag die Regeln. Opfer können künftig leichter Ansprüche geltend machen.

Author - Stefan Doerr
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Fahrer und Halter von E-Scootern stehen künftig bei Unfällen in der Pflicht.
Fahrer und Halter von E-Scootern stehen künftig bei Unfällen in der Pflicht.Jochen Eckel/Imago

Wer mit einem Elektroroller einen Unfall verursacht, kommt künftig deutlich schwerer aus der Verantwortung. Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend eine Gesetzesänderung beschlossen, die Fahrer und erstmals auch Halter beziehungsweise Vermieter stärker in die Haftung nimmt.

Sonderregel für E-Scooter wurde abgeschafft

Bislang galt für E-Scooter eine Sonderregel: Geschädigte mussten den Fahrer ausfindig machen und ihm die Verantwortung nachweisen. Gerade bei achtlos abgestellten Leihrollern war das oft nahezu unmöglich. Damit ist nun Schluss.

Künftig gelten für E-Scooter weitgehend dieselben Haftungsregeln wie für Autos. Fahrer haften bei Unfällen, wenn sie sich nicht entlasten können. Und künftig stehen auch die Verleihfirmen in der Pflicht. Entsteht durch einen abgestellten oder umgestürzten E-Scooter ein Schaden, können Betroffene ihre Ansprüche leichter durchsetzen.

Hintergrund der Gesetzesverschärfung ist die steigende Zahl von Unfällen und gefährlichen Situationen rund um E-Scooter. Immer wieder werden Roller mitten auf Gehwegen, Radwegen oder an Kreuzungen abgestellt und entwickeln sich dort zu gefährlichen Hindernissen.

Ein E-Scooter liegt umgekippt mitten auf einem Gehweg.
Ein E-Scooter liegt umgekippt mitten auf einem Gehweg.Jens Kalaene/dpa

Auch rücksichtsloses Fahren, Rotlichtverstöße oder das verbotene Fahren zu zweit sorgen regelmäßig für schwere Unfälle. Bundesweit hat sich die Zahl der registrierten E-Scooter-Unfälle innerhalb weniger Jahre nahezu verdoppelt.

Auch in Berlin häufen sich die schweren Unfälle, im Jahr 2025 gab es 1400 Crashs mit E-Rollern. Erst im Frühjahr starb eine 59-jährige E-Scooter-Fahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Auto in Berlin-Mitte an ihren Verletzungen. Wenige Wochen zuvor kam in Neukölln ein 14-jähriges Mädchen ums Leben, das gemeinsam mit einer Freundin auf einem E-Scooter unterwegs war. Zudem wurden zuletzt ein 13-Jähriger auf dem Tempelhofer Feld und ein 21-Jähriger in Alt-Treptow bei schweren E-Scooter-Unfällen verletzt.

Mit der Neuregelung sollen Unfallopfer künftig deutlich leichter Schadenersatz erhalten. Denn wenn der eigentliche Fahrer nicht ermittelt werden kann, stehen künftig auch die Vermieter der Leihroller in der Verantwortung und müssen gegebenenfalls für entstandene Schäden aufkommen.

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