Immer wieder kommt es in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ vor, dass Kandidaten mit Fundstücken vom Flohmarkt anrücken – und dass diese dann plötzlich hohe Gewinne erzielen. Doch der Fall, den die Zuschauer jetzt in der Sendung bestaunen dürfen, schlägt dem Fass den Boden aus! Ein Vater und sein Sohn kommen hier mit einem Bild vorbei, das sie bei einer Wohnungsauflösung gratis abstaubten – und fallen bei der Expertise beinahe aus allen Wolken.
Gratis-Gemälde erzielt Hammerpreis bei „Bares für Rares“
Es ist eine dieser Geschichten, für die die Zuschauer „Bares für Rares“ lieben – und die sich beinahe zu schön anhören, um wahr zu sein. Doch es ist wahr: mit einem Gratis-Gemälde räumen Georg Freitag und sein Sohn Jakob Bechold in der ZDF-Sendung ziemlich viel Kohle ab. Gratis-Gemälde? Ja! „Beim Spaziergang haben wir jemanden entdeckt, der sein Haus ausräumt“, erzählt der Junge. Der Mann habe Gemälde verschenkt – und dieses gefiel ihm besonders gut. Also nahmen sie es mit.
In seinem Kinderzimmer hing das Bild allerdings nicht – „zu groß“, sagt er. Nun kam er mit Papa zu „Bares für Rares“, um das Bild zu veräußern. Und dabei erleben die beiden eine echte Überraschung. Experte Colmar Schulte-Goltz schaut sich das Bild ganz genau an und fällt gleich zu Beginn ein Urteil.
„Es handelt sich um ein wunderbares Gemälde“, sagt er. Das Bild sei in Öl auf Leinwand ausgeführt. Das Bild zeigt einen weiten Blick über die Landschaft – und sei besonders gut gemacht. „Das Bild sieht zeitlos und neuartig aus, aber es ist schon sehr alt.“

Gemalt worden sei es 1913. „Wenn man sich das vorstellt, ist es für 1913 ein sehr moderner Blick.“ Der Künstler hieß Hermann Dischler, der sich vor allem auf kleinformatige Bilder spezialisierte, weil er damit in die Landschaft ging und draußen malte.
Das große Gemälde bei „Bares für Rares“ sei aber vermutlich im Atelier entstanden. „Hermann Dischler hat dafür die neuesten Sachen seiner Zeit genutzt, zum Beispiel die Fotografie.“ Mit dieser Art der modernen Landschaftsgemälde habe der Künstler zu seiner Zeit viel Geld verdient.
„Bares für Rares“: Kandidaten wollen 1000 Euro
Der Zustand ist durchwachsen. Es gebe Ablagerungen von Nikotin auf den Tannenbäumen in der Landschaft, hier und da sei Farbe weggebrochen. Und auch das sogenannte Krakelee kann man gut sehen – Alterserscheinungen der Ölfarbe. Der Rahmen sei „gut gemeint, aber kaputt“, sagt Colmar Schulte-Goltz. Lässt all das einen guten Preis für das Gemälde zu? „Ich würde mich schon über 1000 Euro freuen“, sagt der junge „Bares für Rares“-Kandidat. Ein hoher Preis für ein Gemälde, das es bei der Haushaltsauflösung gratis gab. Aber: Zu hoch?

Nein! „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz verweist darauf, dass sich auf der Rückseite des Rahmens ein Auktionsaufkleber von 2010 befindet. Damals versuchte man, das Gemälde für einen Preis von 7000 Euro zu verkaufen. Dass das Bild noch da ist und gratis abgegeben wurde, deute allerdings darauf hin, dass es nicht verkauft wurde.
Allerdings wurden bei neueren Auktionen schon für die kleinen Bilder des Malers Hermann Dischler hohe Beträge gezahlt. Deshalb legt sich der Experte bei „Bares für Rares“ auf einen Preis von 1700 bis 2000 Euro fest.

Was zahlen die Händler für das Gratis-Gemälde?
Was für ein unglaubliches Glück – viele Zuschauer von „Bares für Rares“ denken sicherlich sofort darüber nach, einmal mehr spazieren zu gehen. Es ist kaum zu fassen, dass ein Gratis-Bild einen so hohen Preis erzielen kann. Zahlen den auch die Händler? Die können die Geschichte, die sich hinter dem Gemälde verbirgt, gar nicht fassen. „Du bist ein Glückspilz, das ist ja irre“, sagt Händler Christian Vechtel. Er steigt mit 200 Euro in die Verhandlung ein, schnell geht es auf 500 hoch.




