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Schlimmer Verkauf bei „Bares für Rares“: Sensation regt die Fans noch heute auf

Vor mehr als sechs Jahren kam bei „Bares für Rares“ eines der teuersten Objekte der Geschichte der Show unter den Hammer. Und das sorgt noch heute für Zoff.

Author - Florian Thalmann
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Vor mehr als sechs Jahren kam bei Bares für Rares ein mit Diamanten besetztes Kreuz unter den Hammer. Der Verkauf ärgert Fans der Sendung bis heute.
Vor mehr als sechs Jahren kam bei Bares für Rares ein mit Diamanten besetztes Kreuz unter den Hammer. Der Verkauf ärgert Fans der Sendung bis heute.Sascha Baumann/ZDF, ZDF

In der Fernsehshow „Bares für Rares“ im ZDF kommen jeden Tag die unterschiedlichsten Raritäten auf den Tisch – die wenigsten davon bleiben wirklich im Gedächtnis. Doch es gibt einen Fall aus der Trödelshow, der die Zuschauerinnen und Zuschauer noch heute beschäftigt. Jahre später finden es viele unfassbar, dass dieses Stück im ZDF für einen Spottpreis verkauft wurde. Um welches Exponat geht es und warum regt es die Zuschauer von „Bares für Rares“ noch heute auf?

Kreuz mit heiligem Holz bei „Bares für Rares“ verkauft

Mehr als sechs Jahre ist es her, dass Stephanie Huber und Cosima Birk zu „Bares für Rares“ kamen, im Gepäck ein ganz besonderes Schmuckstück. Sie brachten ein mit Diamanten besetztes Kreuz zur Expertise, ließen es von Moderator Horst Lichter und Expertin Heide Rezepa-Zabel unter die Lupe nehmen.

„Ach du heiliges Kanonenrohr“, sagte Horst Lichter gleich zu Beginn, als sein Blick erstmals auf das Kreuz fiel. Und mit „heilig“ lag er dabei gar nicht so schlecht …

Stephanie Huber und Cosima Birk erbten das Schmuckstück im Familienkreis. Ursprünglich kam es von einer älteren Dame, die die Tante von Cosima Birk oft in die Kirche begleitete, berichten sie in der Ausgabe von „Bares für Rares“.

Es hat sich definitiv gelohnt: Schmuck-Expertin Heide Rezepa-Zabel schätzt das Gewicht der Diamanten auf etwa 40 Karat. Doch das eigentliche Geheimnis des Schmuckstücks ist etwas ganz anderes: Eingearbeitet ist ein Bergkristallfenster, dahinter liegt ein kleiner Behälter, in dem sich mehrere Holzstücke befinden.

Expertin Heide Rezepa-Zabel, Moderator Horst Lichter und die beiden Kandidatinnen Stephanie Huber und Cosima Birk bei „Bares für Rares“.
Expertin Heide Rezepa-Zabel, Moderator Horst Lichter und die beiden Kandidatinnen Stephanie Huber und Cosima Birk bei „Bares für Rares“.ZDF

„Also kaputt“, sagt Moderator Horst Lichter. Doch „Bares für Rares“-Expertin Heide Rezepa-Zabel stellt klar, dass hier nichts kaputt ist. Im Gegenteil: Ein Siegel, das die Rückseite des Kreuzes schmückt, ist unbeschädigt und stammt laut Expertin aus Zeiten von Papst Clemens IX. Das Siegel garantiere, dass es sich bei den Holzstücken in dem Kreuz um Splitter vom Kreuz von Jesus Christus handelt. „Heide, das ist ja eine Weltsensation“, sagt Horst Lichter. „Das macht mich sehr ehrfürchtig.“

Kreuz bei „Bares für Rares“ ist 80.000 Euro wert

Das Kreuz ist älter als 300 Jahre – und Heide Rezepa-Zabel schätzt den Wert des Kreuzes auf sagenhafte 60.000 bis 80.000 Euro. Im Händlerraum kommt es dann zur Geboteschlacht, die bei 10.000 Euro beginnt, sich bis zum Preis von 42.000 Euro hochschaukelt.

Es ist das letzte Angebot von Händlerin Susanne Steiger. Und die beiden Kandidatinnen schlagen ein. Für 42.000 Euro wechselt das Kreuz den Besitzer – und auch wenn es in Steigers Hände kommt, sind alle froh, dass sie das Kreuz bei „Bares für Rares“ einmal sehen durften.

Das mit Diamanten besetzte Kreuz enthält ein weiteres kleines Kreuz, in dem echte Holzstücke vom Kreuz Jesu Christi untergebracht sind. Bei Bares für Rares wurde das besondere Stück verkauft.
Das mit Diamanten besetzte Kreuz enthält ein weiteres kleines Kreuz, in dem echte Holzstücke vom Kreuz Jesu Christi untergebracht sind. Bei Bares für Rares wurde das besondere Stück verkauft.ZDF

Nach dem Verkauf bei „Bares für Rares“ gab es Ärger

Mit dem Verkauf ist die Geschichte aber nicht vorbei – denn der Verkauf ist eine echte Sensation, aber auch eine der am meisten umstrittenen Fälle in der Geschichte von „Bares für Rares“.

Der Grund: Viele können nicht fassen, dass ein Kreuz von solchem Wert tatsächlich für einen „Spottpreis“ von 42.000 Euro abgegeben wurde. Es gibt Kritik an den Verkäuferinnen, aber auch am ZDF und an „Bares für Rares“ – und das bis heute, obwohl der Verkauf schon mehr als sechs Jahre her ist.

„Hätte man einen Agenten dafür engagiert und das Ganze mit Tamtam zu Sotheby’s gebracht, wäre da irgendwas im sechsstelligen Bereich drin gewesen“, stellt ein Nutzer beim Videoportal YouTube fest. „Super Deal. Was gibt es nur für dumme Menschen?“, fragt ein anderer. „Susanne Steiger lacht sich heute noch schlapp.“

Eine Frau schreibt: „Da könnte ich mich sechs Jahre später noch drüber aufregen. Schlimm!“ Und einer kommentiert: „Das beste Beispiel, warum so etwas nicht an Gierige verschenkt werden soll. Ich würde für dieses Kreuz den beiden mindestens 300.000 Euro zahlen, auch wenn ich mein Haus dafür verkaufen würde.“

Zuschauer kritisieren Verkäufer und „Bares für Rares“

Aber auch das ZDF wird kritisiert. „Unfassbar, wie die beiden hier ausgenommen wurden. 42.000 Euro hätte sogar ich denen bezahlt“, heißt es in einem Kommentar. Ein Mann schreibt: „Sowohl die Expertise als auch der Verkaufspreis unterschreiten den realen Marktwert für ein Objekt dieser Güte massiv.“

Und einer schreibt: „Auch nach sechs Jahren eine der größten Abzocken, die es je gegeben hat.“ Das ZDF musste sogar eingreifen und die wütenden Kommentare der Zuschauer moderieren, Beiträge mit „Beleidigungen, Diffamierungen und Verhöhnungen“ entfernen.

Und was ist aus dem Kreuz geworden? Es gab Gerüchte, „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger hätte es weiterverkauft. In einem Interview sagte sie aber, dass das in dem Fall zumindest aktuell keine Option ist. „Ich beabsichtige viel mehr, das Kreuz als Leihgabe an ein Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit interessierte Menschen es sich ansehen können“.

Außerdem forscht sie zur Geschichte des Kreuzes. „Meine Faszination und Liebe zu diesem Stück ist ungebrochen und ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine Arbeit mit euch teilen kann!“

Was halten Sie vom Verkauf des Kreuzes bei „Bares für Rares“? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!