Bei „Bares für Rares“ kommen im ZDF Tag für Tag allerlei Dinge unter den Hammer. Mal ist es Schmuck, mal Spielzeug, mal Gemälde, mal andere wertvolle Objekte aus allen Bereichen. Doch dass ein einzelnes Stück Papier aus der DDR für einen hohen Betrag über den Ladentisch geht – das gibt es nur selten. Was steckt dahinter? Wir verraten das kleine Geheimnis aus „Bares für Rares“.
DDR-Papier bei Bares für Rares – wieso denn das?
„Bares für Rares“-Kandidat Ronald kommt selbst aus der DDR, wurde dort geboren, wuchs in Ost-Berlin auf und lebte da bis zur Wende. Nun will er bei „Bares für Rares“ etwas ganz Besonderes verkaufen – seinen eigenen Ausweis aus der DDR! Ein zusammengefaltetes Papier, darauf die Schrift „Identitätsbescheinigung“, darüber klein „Deutsche Demokratische Republik“. Auffällig ist jedoch nicht diese Aufschrift, sondern eine schwarze Kritzelei darunter. Was hat es damit auf sich?
Er war in den letzten Monaten der DDR an den Protesten gegen das Regime beteiligt und demonstrierte vor dem Komitee für Menschenrechte in Berlin, erzählt „Bares für Rares“-Kandidat Ronald. Deshalb kam er in Stasi-Haft, saß sieben Monate hinter Gittern. „Wir haben mit der schnellen Reaktion der Behörden nicht gerechnet, dass man uns gleich inhaftiert.“
Auf der Straße seien sie geschnappt worden, ins Gefängnis gekommen, dann direkt ausgewiesen worden. Der Identitätsnachweis wurde für die Übersiedlung in den Westen erstellt. Doch das ist nicht die ganze Geschichte des Papiers aus der DDR.

Da wäre nämlich noch die merkwürdige Kritzelei. Was die zu bedeuten hat, will auch „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter wissen. Von Chemnitz ging es mit dem Zug nach Gießen, erzählt Ronald. Vier Wochen musste er dort in einem Aufnahmelager verbringen. Von dort ging es nach Frankfurt/Main, dann mit dem Flieger zurück nach Berlin.
Am Flughafen trafen sie Tina Turner. „Die war gerade am Einchecken.“ Also ging er hin und ließ sich eine Unterschrift geben. „Sie hat mir bereitwillig ein Autogramm gegeben – auf meiner Identitätsbescheinigung.“ Das Dokument ist also ein Stück Zeitgeschichte – gleich im mehrfachen Sinne.
Autogramm ist ein besonderes Zeitzeugnis zur DDR
Nur: Warum will er das Dokument weggeben? „Es ist eine schöne Geschichte – aber man muss sich von seinen alten Sachen auch mal trennen.“ Die Geschichte sei es, was das Stückchen Papier so besonders macht, erklärt „Bares für Rares“-Expertin Sven Deutschmanek.
Nicht nur die Zeitzeugenstory über den Umgang mit politischen Gegnern in der DDR macht das Objekt zu etwas Besonderem. Dazu kommt Tina Turner, eine echte Weltmusikerin. „Ich würde nicht nur die Unterschrift, das Autogramm, bewerten – sondern die ganze Geschichte dahinter.“

Was ist der Ausweis aus der DDR wert? Das möchte der durchaus gerührte Moderator Horst Lichter von seinem Kandidaten wissen. 200 bis 300 Euro hätte er gern dafür, sagt Ronald. Und was sagt der Experte? Tina Turner habe „haufenweise Sachen unterschrieben“, verrät er. Autogramme seien für 100 Euro zu haben. Doch die Geschichte wertet dieses Exemplar auf.
„Man kann für das Dokument mit deiner Geschichte 200 bis 300 Euro erreichen.“ Ob das die Händler auch so sehen? Auch ihnen erzählt der „Bares für Rares“-Kandidat die Geschichte. Und sie sind begeistert. Händler-Legende Walter „Waldi“ Lehnertz legt mit 80 Euro los, schnell geht es auf 100, 110, 120 Euro. Doch das ist Verkäufer Ronald zu wenig.
Waldi steigt aus, doch „Bares für Rares“-Star Julian Schmitz-Avila schlägt zu, bietet 200 Euro. Verkauft! „Ich kenne dieses Dokument nicht, habe es nie gesehen“, sagt er. Deshalb sei er etwas ehrfürchtig. Und auch Verkäufer Ronald ist angetan. Zwar sei nur die untere Grenze der Expertise erreicht worden, aber er ist dennoch zufrieden.





