Die Deutschen lieben Flohmärkte – jeden Sonntag schlendern viele Menschen über die Märkte, bei denen viel Krempel, aber auch die eine oder andere Antiquität verkauft wird. Nicht immer kann man aber auf den ersten Blick erkennen, welche Geschichte wirklich hinter einem Objekt steckt. Ein gutes Beispiel gab es jetzt auch bei „Bares für Rares“.
Alte Schüssel bei „Bares für Rares“ ist eine Sensation
Hier bringt ein Verkäufer in der aktuellen Ausgabe eine Schale mit, an der manch einer auf dem Flohmarkt sicher vorbeigeschlendert wäre. Zu kitschig, zu alt. Und wozu soll sie gut sein? Doch der Expertin gehen bei dem Anblick die Augen über – und die Summe, für die das Stück am Ende den Besitzer wechselt, gibt es in den regulären Ausgaben der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ wirklich nicht oft.
Damien Koke hat das ganz besondere Objekt mit zu „Bares für Rares“ gebracht – eine riesige und reich verzierte Schale, bei der auch Moderator Horst Lichter auf den ersten Blick nicht erkennen kann, wofür sie eigentlich gedacht ist. „Man könnte Eis reinfüllen oder Flaschen reinstellen“, sagt er. „Dolles Ding, ich bin schlichtweg begeistert.“ Der Verkäufer verrät, dass er selbst gar nicht aus einem so edlen Haus stammt – und welchen Weg die Schale genommen hat.

„Es ist vom Schwiegervater meiner Schwiegermutter – und er hat es damals von seiner Tante geerbt. Es geht also relativ weit zurück“, sagt er. „Deswegen lässt es sich für uns auch gar nicht erklären, wo das gute Teil herkommt.“ Das wiederum kann „Bares für Rares“-Expertin Bianca Berding recht gut erklären – und ihre Ansage dürfte nicht nur die Menschen im Studio von „Bares für Rares“, sondern auch den einen oder anderen Zuschauer ordentlich schocken. „Ich falle jetzt gleich mit der Tür ins Haus“, sagt sie. „Das ist ein kaiserlicher Ehrenpreis.“
Von Kaiser Wilhelm II. direkt zu „Bares für Rares“
Um ihn zu erringen, musste man ein Jagdrennen gewinnen – denn Kaiser Wilhelm II., der den Preis stiftete, liebte den Pferderennsport und förderte ihn. „Er wollte zum einen die Pferdezucht stärken, die Kavallerie, er wollte die Männer fördern, die dem Männlichkeitsideal und dem Stammesgedanken entsprachen.“ Wer gut reiten konnte und diszipliniert war, war angesehen – und wer ein Pferderennen gewann, durfte sich über viel Prestige und Ansehen freuen.

Die Geschichte der Schale kann man auch am Design erkennen. Zu sehen sind drei Widderköpfe und Tierhufe – typische Jagdmotive. Hinzu kommen Schleifen, Girlanden und Lorbeerkränze, die die Schale zu einem echten Hingucker machen. Ganz klar ist auch, aus welchem Jahr das Schmuckstück stammt – das verrät eine Widmung auf der Schale, datiert auf den Juni 1901. Der Zustand ist – abgesehen von entsprechender Patina – gut. Allerdings rät Bianca Berding dazu, die Schüssel für die Reinigung in professionelle Hände zu geben.
Expertise bei „Bares für Rares“ haut Zuschauer um
Besonders clever: Zur Schale gehört auch ein großer Untersetzer, auf dem sie abgestellt und präsentiert werden kann. Dort eingesetzt ist ein Spiegel, der den Pokal größer wirken lassen soll. „Er spiegelt den Pokal von unten, lässt ihn doppelt erscheinen“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin. Alles in allem sehr schön – doch was ist der Pokal wert?
Zuerst will Moderator Horst Lichter den Wunschpreis wissen – und da klappt dem einen oder anderen Zuschauer die Kinnlade nach unten. 3000 Euro sei der Mindestpreis, sagt Damien Koke. Ein stattliches Sümmchen für eine alte Schüssel. Geht die Expertin da mit?
Ja, selbstverständlich! Allein der Silberwert für das Stück liegt bei 3500 Euro. „und wir haben hier Repräsentanz, wir haben Wilhelm II., einen guten Erhaltungszustand – ich bin bei 4200 bis 4500 Euro.“
Das überrascht auch Damien Koke – er will natürlich verkaufen, bekommt von Horst Lichter die Händlerkarte für den Händlerraum bei „Bares für Rares“. Und auch dort ist man sprachlos, will die Geschichte des besonderen Objekts erfahren. Damien Koke gibt Einblicke – gerade erst hat er selbst erfahren, was es damit auf sich hat. „Wir werden jetzt erstmal in der Familie nachforschen, ob wir die Jagdtrophäe tatsächlich gewonnen haben“, sagt er den Händlern.

Schnell kommen die ersten Gebote, von 1000 geht es über 2000 bis auf 3000 Euro. Und das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Denn bis zur Expertise ist noch etwas Luft. Elke Velten-Tönnies bietet 4000 Euro, dann geht es weiter nach oben. Schnell reißen die Händler die Preisvorstellung von Expertin Bianca Berding – und erst, als es auf die 5000 Euro zugeht, werden die Gebote langsamer. Am Ende wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das „Bares für Rares“-Händler Jan Čížek gewinnt. Satte 5100 Euro zahlt er für die Jagdtrophäe – und freut sich sehr darüber, dass der besondere Pokal in seinen Besitz übergeht.




