Süß, salzig oder mit Pilzen

Omas Bratstulle ist ein Stück Tradition und schmeckt nach Liebe!

Knuspriges Brot aus der Pfanne, süß oder herzhaft: Die Bratstulle war ein DDR-Klassiker – und überzeugt bis heute mit einfacher Küche.

Author - Florian Thalmann
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Bratstulle ist Brot, das in einer Pfanne in Butter angebraten wird. Ein schnödes Arme-Leute-Essen? Auf keinen Fall! Denn das Gericht kann man richtig schön verfeinern.
Bratstulle ist Brot, das in einer Pfanne in Butter angebraten wird. Ein schnödes Arme-Leute-Essen? Auf keinen Fall! Denn das Gericht kann man richtig schön verfeinern.Illustration: Berliner KURIER

Was landet heute bei Ihnen auf dem Abendbrottisch? Wenn es unkompliziert sein, herzhaft schmecken und gleichzeitig ein Stück kulinarische Vergangenheit zurückbringen soll, ist die Bratstulle die perfekte Wahl. In der DDR gehörte sie zu den absoluten Klassikern der Alltagsküche. Schnell gemacht, günstig und immer wandelbar – genau deshalb war sie so beliebt. Ob pur gebraten, süß verfeinert oder herzhaft überbacken als Variante der Karlsbader Schnitte, die Bratstulle steht bis heute für ehrlichen Genuss mit Nostalgiefaktor. Wir haben das einfache Rezept und verraten Ihnen, wie Sie die Bratstulle noch verfeinern.

Knusprige Schnitte aus der DDR: Was ist Bratstulle?

Hinter dem Begriff Bratstulle steckt keine geheime Rezeptur, sondern ein sehr bodenständiges Prinzip. Eine Stulle Brot wird in der Pfanne gebraten, bis sie außen knusprig und innen weich ist. Genau diese Einfachheit machte das Gericht schon in der DDR so attraktiv.

Meist kam kräftiges Mischbrot zum Einsatz, das beim Braten in Butter ein besonders gutes Aroma entwickelt. Erst nach dem Braten beginnt der kreative Teil, denn die Bratstulle lässt sich ganz nach Geschmack süß oder herzhaft verfeinern. Aber: Wie geht die klassische Bratstulle? Wir verraten es!

Bratstulle kann auch süß genossen werden. Frisch aus der Pfanne wird sie mit Zucker und Zimt serviert, eine Abwandlung der sogenannten Armen Ritter.
Bratstulle kann auch süß genossen werden. Frisch aus der Pfanne wird sie mit Zucker und Zimt serviert, eine Abwandlung der sogenannten Armen Ritter.Illustration: Berliner KURIER

Rezept für Omas klassische Bratstulle mit Butter und Salz

Zutaten für Omas Bratstulle: 2 Scheiben Brot, 1 TL Butter, etwas Salz

Die einfache Zubereitung: Für die klassische Bratstulle aus der DDR wird das Brot in etwa fingerdicke Scheiben geschnitten. In einer Pfanne erhitzt man etwas Butter und brät die Brotscheiben bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun aus. Sobald die Butter aufgesogen ist und die Oberfläche schön knusprig wirkt, werden die Stullen aus der Pfanne genommen, leicht gesalzen und am besten sofort serviert.

Einfach, aber richtig lecker – doch es gibt die unterschiedlichsten Ideen, wie man die Bratstulle noch herrlich verfeinern kann. Machen Sie doch mal Bruschetta daraus, aber ganz im Stil der DDR: Beliebt war Bratstulle mit Pilzen! Während das Brot in der Pfanne brät, werden fein gewürfelte Zwiebeln, Knoblauch und Champignons in Butter angebraten, bis alles weich und aromatisch ist.

Die fertige Bratstulle wird mit einem Klecks Crème fraîche bestrichen, mit der Pilzmischung belegt und mit Salz, Pfeffer und etwas Petersilie verfeinert. Wenn Sie dazu als Dip noch ein kleines Löffelchen Meerrettich reichen, ist es richtig köstlich. Einfach lecker!

Auch Bruschetta nach italienischem Vorbild können Sie natürlich ganz einfach zubereiten. Dafür müssen Sie nur einen leckeren, frischen Tomatensalat machen und diesen auf der fertigen Bratstulle verteilen. Die Frische der Tomaten harmoniert einfach hervorragend mit dem warmen und knusprig angebratenen Brot. Dazu ein Glas Wein – und die Bratstulle aus der DDR wird zum perfekten und nicht zu schweren Essen, das man an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon genießen kann.

Bratstulle kann man süß mit Zucker und Zimt servieren

Viele verbinden die Bratstulle aber auch mit süßen Erinnerungen aus der Kindheit. In dieser Variante wird das Brot genauso gebraten, nur ohne Salz. Stattdessen bestreut man die heißen Stullen nach dem Braten mit einer Mischung aus Zucker und Zimt. Dadurch verwandelt sich das eigentlich deftige DDR-Gericht in eine einfache, aber unglaublich beliebte Süßspeise, die bis heute an Omas Küche erinnert.

Auch mit einer leckeren Pilzpfanne kann man die Bratstulle anrichten. So wird die einfache Scheibe Brot zum echten Gourmet-Essen!
Auch mit einer leckeren Pilzpfanne kann man die Bratstulle anrichten. So wird die einfache Scheibe Brot zum echten Gourmet-Essen!Illustration: Berliner KURIER

Und übrigens: Omas Bratstulle aus der DDR können Sie natürlich auch überbacken – genau wie die Karlsbader Schnitte! Dafür werden die frisch gebratenen Stullen mit etwas Butter bestrichen, mit Salami oder Schinken belegt und großzügig mit Schnittkäse bedeckt. Anschließend wandern sie für wenige Minuten unter den Grill des Backofens, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist. Knusprig, saftig und sättigend – diese Variante galt in der DDR als echtes Highlight zum Abendbrot.

Bratstulle ist ein echtes Stück Küchentradition

Ob klassisch, süß oder als überbackene Karlsbader Schnitte: Die Bratstulle ist ein echtes Stück DDR-Küchentradition, das bis heute begeistert. Mit wenigen Zutaten und geringem Aufwand entsteht ein Gericht, das Erinnerungen weckt und gleichzeitig erstaunlich vielseitig ist.

Kennen Sie die Bratstulle noch von früher und wie genießen Sie sie am liebsten? Schicken Sie uns Ihre Erinnerungen per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!