In der DDR wurde gerne und deftig gegessen. Meine Oma kochte großartige Rinderrouladen, leckeren Hackbraten und einen fantastischen Grüne-Bohnen-Eintopf. Aber ganz vorne: Berliner Kohlrouladen. Wir haben hier für sie das alte DDR-Rezept.
Echte Berliner Kohlroulade mit Weißkohl
Dass meine Oma Kohlrouladen kochte, roch man vorher schon in der ganzen Wohnung. Der Geruch von Kohl, der geschmort wird, lässt sich nicht verbergen. Musste es auch nicht. So lief mir bei das Wasser immer schon vorher im Mund zusammen – und machte Appetit auf mehr.
Mehr war sowieso besser. Bei uns gab es Kohlrouladen dann immer gleich an zwei Tagen. Und am zweiten Tag schmeckte alles noch viel besser. Wenn alles richtig durchgezogen war.
Eines mochte ich nur nicht: Die Variante aus der DDR, in oft in Betriebs- und Schulkantinen angeboten wurde. Da wurde das Hackfleisch im Inneren der Kohlroulade mit Reis gestreckt. Nur: Reis schmeckt eigentlich nach nichts – verwässert nur den deftigen Geschmack einer echten Berliner Kohlroulade.
Und: Dann gibt es oft noch die Debatte – Weißkohl oder Wirsing? Die Antwort ist klar: Zu einer echten Berliner Kohlroulade gehört Weißkohl. Hier kommt das Rezept.
Zutaten für eine Berliner Kohlroulade nach DDR-Art
Die Zutaten: Für vier Personen benötigen Sie einen großen Weißkohl, 300 g Schabefleisch, 200 g Hackepeter, 1 altbackene Schippe (Brötchen), 1 Ei, 1 kleine Zwiebel, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer, Mehl, Kartoffeln.
Zubereitung: So schmoren Sie die Kohlroulade
Schritt 1: Zuerst weichen Sie die Schrippe in kaltem Wasser ein.
Schritt 2: Bereiten Sie den Kohl vor. Vom Weißkohl vorsichtig 8 schöne, große Blätter ablösen. In kochendem Salzwasser blanchieren, bis sie weich sind. In eiskaltem Wasser abschrecken, mit einem Küchentuch etwas trocken tupfen.
Schritt 3: Jetzt stellen Sie die Füllung her. Schrippe aus dem Wasser nehmen und gut das Wasser rausdrücken. Die Zwiebel fein würfeln und das Hackfleisch mit dem Brötchen, Ei, Zwiebel, Senf, Salz und Pfeffer vermengen. Darauf achten, dass sich die Brötchenreste auch gut verteilen. Den Hackfleisch-Mix in vier gleichgroße Teile teilen.

Schritt 4: Die Füllung auf die doppelt ausgelegten Kohlblätter geben, die Seiten einklappen und fest aufrollen. Mit Küchengarn zusammenbinden.
Schritt 5: Öl oder Butterschmalz in einem großen Schmortopf erhitzen, die Kohlrouladen rundherum kräftig anbraten, sodass sie Farbe bekommen, teils dunkelbraun werden.
Schritt 6: Jetzt wird die Kohlroulade geschmort. Heutzutage wird oft Brühe genommen. Darauf hat meine Oma früher verzichtet. Sie gab nur Wasser dazu, salzte das und ließ die Kohlrouladen für eine Stunde köcheln.




