Das Rezept

Hühnerfrikassee: Ein DDR-Klassiker mit dem Geschmack von damals

So schmeckte unsere Kindheit. Zartes Hühnchen, cremige Soße, Gemüse. Hier ist das Original-Rezept.

Author - Stefan Henseke
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Ganz klassisch: Hühnerfrikassee mit Erbsen. Oft werden auch Champignonscheiben dazugetan. Garnieren kann man den Teller mit Petersilie.
Ganz klassisch: Hühnerfrikassee mit Erbsen. Oft werden auch Champignonscheiben dazugetan. Garnieren kann man den Teller mit Petersilie.imageBROKER/imago

Hühnerfrikassee gehörte in der DDR zu den Gerichten, die nahezu jeder kannte – und die fast jeder mochte. Ob zu Hause, in der Betriebskantine oder beim Schulessen: Das helle Ragout war ein echter Dauerbrenner. Wir stellen das klassische Rezept von damals vor.

Hühnerfrikassee: Wie einst in der DDR-Schulküche

Hühnerfrikassee passte perfekt zur Logik der DDR-Küche. Geflügel gab es fast immer zu kaufen. Und auch die anderen Zutaten waren leicht zu beschaffen. Erbsen, Zitronensaft, Mehl, Reis. Es war sättigend, günstig und ließ sich gut auch in großen Mengen herstellen.

Gerade im Schulessen spielte das traditionelle Gericht eine große Rolle. Regelmäßig wurde es aufgetischt. Nur eines mochte ich damals als Kind nicht: Wenn das Hühnerfleisch mit labbriger Haut gestreckt wurde. Aber das kann man ja gut vermeiden. Heute gibt es in jedem Supermarkt abgepacktes, entbeintes Hühnerfleisch.

Mit zartem Hühnchen, cremiger Soße und frischem Gemüse weckt dieses leckere Gericht echte Kindheitsgefühle. Und so geht das Rezept für vier hungrige Leute.

Das sind die Zutaten für Hühnerfrikassee nach DDR-Art

Für vier Personen benötigen Sie 500 bis 600 g Hühnerfleisch (Hähnchenbrust oder -schenkel, bereits entbeint), 1 Liter Hühnerbrühe, 1 Suppengrün, 1 kleine Zwiebel, Salz und Pfeffer. Für die Soße: 40 g Butter oder Margarine, 40 g Mehl, 400 bis  500 ml Brühe, 100 ml Milch,  1 kleine Dose Erbsen, 1 Eigelb, 1–2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Optional sind zum Verfeinern 4 Spargelstangen oder fein geschnittene Champignons.

So bereiten Sie Hühnerfrikassee zu

Schritt 1: Schneiden Sie das Hühnerfleisch in mundgerechte Stücke. Brühe aufkochen, Fleisch hineingeben und ca. 10–15 Minuten sanft köcheln lassen. Fleisch herausnehmen und beiseitestellen, die Brühe aufheben.

Schritt 2: Suppengrün klein schneiden und in etwas Brühe 10 Minuten weich kochen. Optional: Wenn Sie Spargel (oder Champignons) dazufügen wollen, kochen Sie diesen 2 bis 3 Minuten mit. Zwiebeln fein würfeln und kurz mitgaren oder separat anschwitzen.

Schritt 3: Jetzt kochen Sie die Soße. Butter schmelzen, Mehl einrühren und eine helle Mehlschwitze herstellen. Nach und nach Brühe unterrühren, bis eine cremige Soße entsteht. Milch dazugeben und kurz köcheln lassen.

Zu DDR-Zeiten wurde oft auch Mischgemüse (Möhren und Erbsen) statt nur Erbsen dem Hühnerfrikassee beigemischt. Dazu gab und gibt es Reis.
Zu DDR-Zeiten wurde oft auch Mischgemüse (Möhren und Erbsen) statt nur Erbsen dem Hühnerfrikassee beigemischt. Dazu gab und gibt es Reis.imageBROKER/imago

Schritt 4: Jetzt fügen Sie alles zusammen. Gekochtes Gemüse, Spargel (Champignons) und Erbsen in die Soße geben. Fleisch hinzufügen und alles vorsichtig erhitzen.

Schritt 5: Zum Schluss wird das Ganze verfeinert. Eigelb mit etwas heißer Soße verrühren, dann zurück in den Topf geben (nicht mehr kochen!). Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Schritt 6: Serviert wird das alles ganz klassisch mit Reis (oder wahlweise Salzkartoffeln). Guten Appetit!

Welche Gerichte bereiten Sie besonders gerne zu? Schicken Sie uns Ihre Rezepte und Ideen per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!