Wenn es um weibliche Lust geht, spielt sie die Hauptrolle: die Klitoris. Sensibel, komplex und in der Lage, mitreißende Orgasmen zu liefern. Viele kennen von ihr aber oft nur einen kleinen Teil – wenn überhaupt. Sex-Expertin und Autorin Dr. Emily Morse klärt über das komplizierte Nerven-Netzwerk auf, das allein auf Lust ausgelegt ist.
Die Klitoris ist ein ganzes Lustsystem
Viele kennen die Klitoris nur als den kleinen äußeren „Knopf“. „Doch die sichtbare Spitze (die Glans) ist nur ein kleiner Teil einer größeren inneren Struktur“, sagt Dr. Morse.
- Glans (Eichel): Der äußere, sichtbare Teil der Klitoris. In ihr befinden sich Tausende Nervenenden, was sie sehr empfindlich macht.
- Schaft: Dieser befindet sich unter der Oberfläche und verbindet die äußere Glans mit dem Rest der inneren Struktur.
- Klitorisschenkel: Diese beiden äußeren Beine reichen in den Vaginalkanal und schwellen bei Erregung mit Blut, was die Erfahrung intensiver macht.
- Vorhofschwellkörper: Diese Körper befinden sich unter den Schamlippen und wachsen bei Erregung ebenfalls.
Der G-Punkt: Kein Mythos, sondern Teil der Klitoris
Jahrzehntelang galt der G-Punkt als Mythos, aber moderne Wissenschaft zeigt die Wahrheit, sagt Emily Morse: Der G-Punkt ist Teil der Klitoris, „ein Bereich, der voller Nervenenden, Schwellgewebe und klitoraler Wurzeln ist“. Dieser Bereich reagiere gut auf Druck und innere Stimulation. In Kombination mit äußerer klitoraler Berührung kann er intensive Orgasmen auslösen.

Doppelte Stimulation von Glans und G-Punkt ist laut Morse „der Schlüssel zu einem ‚kombinierten Orgasmus‘, der verschiedene Lustpfade gleichzeitig aktiviert“. Diese Art von Orgasmus beziehe die gesamte Struktur der Klitoris ein und stimuliere oberflächliches und tiefer liegendes Gewebe. Das schaffe Empfindungen auf mehreren Ebenen und sorge für kraftvollere Orgasmen: „Kombinierte Stimulation ist einer der effektivsten Wege, klitorale Orgasmen zu erleben, die sich umfassender anfühlen.“
Mit der richtigen Stimulation zum Orgasmus
Aber nicht jede Art der Stimulation fühlt sich gleich an. Es gibt bei Sextoys zwei Arten von Vibrationen: hochfrequente (brummende) Vibrationen, die an der Oberfläche bleiben und schnell zu viel werden können, und niedrigfrequente (rollende) Vibrationen, die tiefer in den Körper eindringen und die Klitorisschenkel und Vorhofschwellkörper stimulieren. Diese Art der Vibration fühlt sich laut Morse häufig befriedigender an.

- Es langsam angehen lassen: Erregung regt die klitorale Durchblutung und Sensibilität an. Wer das langsam angeht, intensiviert die eigene Lust.
- Mit Winkeln experimentieren: „Die innere Klitoris ist größer, als die meisten denken.“ Neigen, schaukeln oder rotieren kann verschiedene Teile aktivieren.
- Achten Sie auf Ihren Atem: „Wenn der Körper entspannt, erweitert sich die Lust.“



