Manchmal reicht ein unachtsamer Moment und plötzlich hängt der Fingernagel nur noch halb am Finger. Genau das ist mir passiert. Seit Jahren trage ich künstliche Nägel und hatte nie Probleme. Bis zu dem Tag, an dem ich mir bei einem Unfall den Nagel teilweise abriss. Ich hatte Schmerzen und wusste nicht, ob ich den Nagel festkleben, ganz abziehen oder sofort zum Arzt fahren sollte. Erst später erfuhr ich, was in so einer Situation wirklich richtig ist und was ich vermeiden sollte.
Als erstes einen Druckverband machen
Es war der 1. Januar 2025. Eigentlich wollte ich nur meine Weihnachtsdeko abhängen. Als ich fertig war und in den Flur gehen wollte, schoss plötzlich ein stechender Schmerz durch meine Hand. Ich war mit meinem Kunstnagel am Schlüssel in der Tür hängen geblieben. Am Schlüssel befand sich eine kleine Öffnung, genau dort hatte sich mein linker Ringfinger samt Nagel verhakt.

Als ich auf meinen Finger schaute, sah ich sofort Blut. Noch schlimmer war aber etwas anderes: Ich konnte den Fingernagel plötzlich nach oben bewegen. Mir wurde schlagartig schlecht. Ich wusste überhaupt nicht, was ich tun sollte.
In meiner Panik rief ich meine Mutter an. Ihr erster Rat: den Nagel ruhigstellen und einen Druckverband anlegen. Genau das tat ich. Ich wusch die Wunde vorsichtig, holte alle Pflaster zusammen, die ich finden konnte, und fixierte den Nagel so gut es ging. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass genau diese erste Maßnahme in meinem Fall richtig gewesen war. Der Nagel wurde stabilisiert und vor weiteren Verletzungen geschützt.
Einen Tag später ging ich zum Arzt. War der Nagel noch zu retten? Musste er abgemacht werden? Jedes Horror-Szenario schoss mir durch den Kopf. Die Ärztin bestätigte, dass der provisorische Druckverband genau die richtige Entscheidung gewesen war. Den Nagel riss sie nicht ab. Stattdessen kürzte sie nur den Kunstnagel und erklärte mir, dass der Naturnagel jetzt einmal in Ruhe nachwachsen müsse.
Den gelösten Nagel niemals selbst abreißen
Heißt auch: Ich durfte monatelang keinen Kunstnagel tragen, sonst würde ich den Naturnagel nur weiter beschädigen. Sie machte mir einen richtigen Verband drum und schickte mich nach Hause. Vorsicht war geboten, denn wenn ich noch einmal hängenbleibe, könnte ich ihn mir ganz abreißen. Ich hatte meine langen Nägel satt und ließ sie kurz nach dem Arztbesuch sofort alle kürzen.

Eine wichtige Erkenntnis habe ich aus diesem Unfall mitgenommen: Man sollte niemals versuchen, einen teilweise gelösten Nagel selbst komplett abzureißen. Auch wenn er locker wirkt, kann dadurch zusätzlicher Schaden entstehen. Wer unsicher ist oder starke Schmerzen hat, sollte die Verletzung ärztlich untersuchen lassen.
Wiederholungstäter: Mein nächster Nagel riss halb ab
Knapp zwei bis drei Monate vergingen, bis mein Naturnagel wieder komplett nachgewachsen war. Rund anderthalb Jahre später passierte es tatsächlich noch einmal. Vor einigen Tagen blieb ich mit einem Nagel wieder hängen. Der Schmerz war derselbe, aber diesmal reagierte ich völlig anders. Denn ich wusste inzwischen, was zu tun ist.



