Tragödie in Berlin

Kleiner Junge (5) in Kita Adlergestell erschlagen: Das ist der Ermittlungsstand

Eine Obduktion des Opfers und technische Untersuchung der Tür sollen Unfallursache klären.

Author - Sharone Treskow
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In der Kita Adlerküken ist ein Kind ums Leben gekommen. Es wurde von einer Glastür erschlagen. Wie konnte das bloß passieren?
In der Kita Adlerküken ist ein Kind ums Leben gekommen. Es wurde von einer Glastür erschlagen. Wie konnte das bloß passieren?Jens Kalaene/dpa

Die Bestürzung ist weiterhin groß: Knapp drei Monate nach dem tragischen Unfall in der Berliner Kita Adlerküken, bei dem ein kleines Kind ums Leben kam, sind die genauen Umstände noch immer ungeklärt. In Niederschöneweide im Bezirk Treptow‑Köpenick war ein fünfjähriger Junge am 19. Januar von einer Tür erschlagen worden. Für Eltern, Erzieher und Anwohner bleibt die Frage offen, wie es zu diesem unfassbaren Unglück kommen konnte.

Staatsanwaltschaft prüft mögliches Fremdverschulden

Das ist der aktuelle Stand: Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt in dem Fall im Rahmen eines sogenannten Todesermittlungsverfahrens. Ziel ist es, sowohl die konkrete Todesursache als auch den genauen Hergang des Unfalls zu klären. Bislang gibt es jedoch noch keine abschließenden Ergebnisse. Die Ermittlungen dauern an, Informationen werden nur zurückhaltend veröffentlicht.

Um Klarheit zu schaffen, wurde eine Obduktion des Kindes angeordnet. Zusätzlich liegt der Fokus der Ermittler auf der Glasterrassentür, die nach dem Unglück beschlagnahmt wurde. Ein Sachverständiger soll nun prüfen, ob technische Mängel vorlagen oder ob ein Fehler bei der Handhabung eine Rolle gespielt haben könnte.

In dieser Kindertagesstätte in Niederschöneweide ist ein Kind ums Leben gekommen.
In dieser Kindertagesstätte in Niederschöneweide ist ein Kind ums Leben gekommen.Jens Kalaene/dpa

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es vor allem darum festzustellen, ob ein Fremdverschulden vorliegt. Ob die Tür wegen eines Defekts oder durch menschliches Zutun aus ihrer Verankerung geriet, ist derzeit noch offen. Die Untersuchungsergebnisse stehen weiter aus, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mitteilen ließ.

Kita erinnert an verstorbenen Jungen

Während die Ermittlungen im Hintergrund laufen, versucht die betroffene Kita, mit dem Verlust umzugehen. Auf der Internetseite der Einrichtung wird mit bewegenden Worten an den verunglückten Jungen erinnert. Dafür wurde ein Text aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint‑Exupéry gewählt – ein stilles Zeichen der Trauer.

Die Kita gedenkt mit dem folgenden Zitat des kleinen Jungen: „Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.“
Die Kita gedenkt mit dem folgenden Zitat des kleinen Jungen: „Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.“Roses Nicolas/ABACA/Imago

Gleichzeitig bedankt sich das Kita‑Team öffentlich für die große Anteilnahme und Unterstützung aus dem Umfeld. Viele Eltern und Menschen aus der Nachbarschaft hätten ihr Mitgefühl bekundet. Doch trotz aller Solidarität bleibt der Schmerz der Familie unvorstellbar groß. Hoffentlich werden die laufenden Ermittlungen bald Antworten liefern.

So kann man der Familie des Jungen helfen

Wie sehr die Familie des verstorbenen Fünfjährigen aktuell leidet, geht deutlich aus dem Spendenaufruf seines Onkels hervor: „Ein fröhliches Kinderlachen ist verstummt. Ein viel zu kurzes Leben wurde jäh aus dem Alltag gerissen. Zurück bleiben Leere, Fassungslosigkeit und ein Schmerz, der jede Sekunde spürbar ist“, betont er. „Nichts kann uns auf diesen Verlust vorbereiten, nichts kann ihn erklären oder lindern.“

Weiter schreibt der Onkel des Jungen: „Neben der unermesslichen Trauer steht unsere Familie nun auch vor großen finanziellen Herausforderungen. Die Kosten für eine würdige Beerdigung und einen liebevollen Abschied sind eine zusätzliche Last in einer Zeit, in der jeder Atemzug schwerfällt.“

Das Spendenziel von 50.000 Euro ist schon fast erreicht. Rund 4900 Euro fehlen noch. Wer spenden und der Familie unter die Arme greifen möchte, kann dies auf GoFundMe tun.