Jeder Mensch hat in bestimmten Situationen seine festen Routinen – doch es gibt Abläufe, die bei vielen gleich sind, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Dazu gehört auch diese: Lassen Sie auch nachts den Schlüssel an der Haustür von innen stecken, wenn Sie ins Bett gehen? Und das vielleicht sogar, weil Sie sich damit aus irgendeinem Grund sicherer fühlen? So geht es vielen. Die schlechte Nachricht ist: Es bringt überhaupt nichts – und kann sogar schädlich sein! Wir verraten, welche Auswirkungen das haben kann und warum es in vielen Fällen absolut sinnlos ist.
Viele fühlen sich sicher, wenn der Schlüssel steckt
Wenn man am Abend schlafen geht, wird die Haustür von innen natürlich ordentlich zugeschlossen. Und wohin mit dem Schlüssel? Viele lassen ihn einfach innen im Schloss stecken. Nicht etwa, weil sie vergesslich sind. Sondern weil es aus irgendeinem Grund ein gewisses Sicherheitsgefühl in uns auslöst.
Vielleicht, weil man das Gefühl hat, in Gefahrensituationen die Wohnung schnell verlassen zu können, ohne dass man erst den Schlüssel suchen muss. Vielleicht aber auch, weil man das Gefühl hat, Einbrecher können das Schloss nicht knacken, wenn der Schlüssel es von innen blockiert. Das Problem: Es ist absolut sinnlos, den Schlüssel stecken zu lassen.
Der Grund: Viele moderne Schlösser haben heutzutage einen sogenannten Doppelzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion. Das bedeutet: Es kann von außen ein Schlüssel eingesteckt werden, auch wenn von innen noch einer steckt.
Der von innen steckende Schlüssel blockiert den Schlüssel, der von außen kommt, nicht. Das ist gut, wenn man sich mal ausgesperrt hat, der Schlüssel von innen steckt und ein Ersatzschlüssel greifbar ist. Für die Sicherheit bedeutet es aber auch: Ob von innen ein Schlüssel steckt oder nicht, ist für Einbrecher vollkommen irrelevant.

Und es gibt noch einen anderen Grund, warum man den Schlüssel nicht von innen stecken lassen sollte: Es kann das Schloss nachhaltig schädigen! Kein Witz: Die meisten Schlösser sind natürlich darauf ausgelegt, dass sie über einen langen Zeitraum immer und immer wieder benutzt werden können.
Aber: Im Inneren der Schließanlage befinden sich Federn, die kleine Stifte in Position halten, wenn gerade kein Schlüssel im Schloss steckt. Wird ein Schlüssel ins Schloss gesteckt, verschiebt er die Federn und löst damit die Blockade im Inneren des Schlosses auf – die Tür kann geöffnet werden.
Schlüssel im Schloss kann für Defekte sorgen
Was passiert aber, wenn ein Schlüssel im Schloss stecken bleibt? Laut Experten werden die Federn, die sich sonst in Ruheposition befinden, über Stunden in der gleichen Position gehalten, in der sie eigentlich nicht sein müssten.
Auf Dauer kann das Defekte begünstigen. Wenn das Material nach und nach ermüdet, ist es wahrscheinlicher, dass es kaputt geht – und dass es dann ausgetauscht werden muss. Wer das vermeiden will, lässt den Schlüssel also besser nicht im Schloss stecken, sondern zieht ihn ab.


