Kampf gegen Mogelpackungen

SPD-Fraktion will „Shrinkflation“-Kennzeichnungspflicht im Supermarkt

Gleicher Preis, weniger Produkt: Unsichtbare Preissteigerungen und Mogelpackungen gibt es durch die Inflation immer mehr. Jetzt werden Politiker aktiv.

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Wegen der Shrinkflation zahlen wir oft drauf, ohne es zu merken.
Wegen der Shrinkflation zahlen wir oft drauf, ohne es zu merken.Julian Stratenschulte/dpa

Händler greifen immer mehr auf miese Abzock-Tricks zurück. Der beliebteste davon? „Shrinkflation“. Das bedeutet: Der Preis bleibt gleich, aber die Packung wird kleiner, sodass man am Ende doch draufzahlt. Im letzten Jahr hat es so viel Mogelpackungen wie noch nie gegeben – doch dagegen wollen Politiker jetzt vorgehen.

SPD geht gegen indirekte Preiserhöhungen durch Shrinkflation vor

Der verbraucherpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Träger, hat sich für eine „Shrinkflation“-Kennzeichnungspflicht im Einzelhandel ausgesprochen. „Als Verbraucherpolitiker würde ich eine Kennzeichnungspflicht nach französischem Vorbild begrüßen“, sagte Träger dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND, Samstag). Die „Schrumpflation“ sei ärgerlich, zu Recht fühlten sich Verbraucherinnen und Verbraucher durch die indirekten und intransparenten Preiserhöhungen hinters Licht geführt.

Träger sieht aber auch den Handel in der Pflicht. Der sei bei Tricks wie „Schrumpflation“ aufgefordert, im Interesse seiner Kundschaft aktiv zu werden. Schließlich sei deren Vertrauen die Basis für einen funktionierenden Markt.

Frankreich Vorreiter im Kampf gegen Shrinkflation

In Frankreich müssen große und mittelgroße Geschäfte ab Juli Produkte kennzeichnen, bei denen sich die Füllmenge geändert hat, der Preis aber gleich geblieben oder gestiegen ist. Verbraucherschützer fordern schon länger ein Vorgehen gegen das Phänomen, das als „Shrinkflation“ oder „Schrumpflation“ bekannt ist.

Die Verkleinerung von Verpackungen sei allerdings nicht der einzige Trick, mit dem durch Einsparungen höhere Gewinne erzielt werden können, bemängelte Träger. Auch an der Qualität beispielsweise der Inhaltsstoffe und Rezepturen lasse sich sparen, ohne dass dies für Verbraucher auf einen Blick sichtbar sei. Das wird auch „Skimpflation“ genannt. Die Internetplattform „Lebensmittelklarheit“ der Verbraucherzentralen zeige dafür viele Beispiele.