Kanzlerin Angela Merkel (l.) mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beim Besuch in Schuld AFP/Christof Stache

„Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist“ – bestürzt zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Besuch im Flutkatastrophen-Gebiet in Adenau im Kreis Ahrweiler.

„Gespenstisches“ Ausmaß der Zerstörung

Merkel war am Mittag in dem besonders betroffenen Ort Schuld eingetroffen, wo sie mit Einsatzkräften und Einwohnern sprach. Sie sei gekommen, um sich ein reales Bild von den surrealen, „gespenstischen Bildern“ vor Ort zu verschaffen, sagte Merkel später im Ort Adenau. Die Bilder seien unfassbar gewesen.

Die an Multipler Sklerose erkrankte Malu Dreyer (SPD) behalf sich beim Besuch mit einer Gehhilfe. AFP/Christof Stache

Doch ebenso eindrucksvoll sind die Bilder, die Merkel selbst an diesem Tag zeigt, als sie ihre Begleiterin Malu Dreyer (SPD) stützt.

Fest hält Merkel die an Multipler Sklerose erkrankte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin an der Hand auf dem Weg durch die Trümmerlandschaft in Schuld.

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die schubförmig voranschreitet. Tapfer blieb die Landeschefin an der Seite der Kanzlerin, behalf sich während des Besuchs auch mit einer Gehhilfe.

Ein Foto mit großer Symbolkraft: Angela Merkel (l.) und Malu Dreyer (SPD) AFP/Christof Stache

Die beiden Politikerinnen zeigen damit gerade auch nach dem Kicher-Eklat um Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet, wie Politiker in der Öffentlichkeit Mitgefühl zeigen und Vorbilder sein können.

Merkel verspricht Flutopfern schnelle Hilfen

Bund und Land würden Hand in Hand arbeiten, „um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend“, versprach Merkel den Betroffenen der Flutkatastrophe. Am Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm für schnelle Hilfen, mittelfristige Aufgaben und zur Wiederherstellung der Infrastruktur verabschieden, versicherte Merkel.

„Wir sehen, mit welcher Gewalt die Natur agieren kann“, sagte die Kanzlerin. „Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen – kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig.“ Es bedürfe einer Politik, „die die Natur und das Klima mehr in Betracht zieht, als wir das in den letzten Jahren gemacht haben“.