Bundespräsident Steinmeier hält eine Ansprache, im Hintergrund feixt Kanzlerkandidat Armin Laschet. Screenshots: Twitter

Es sind Bilder, die einfach unbegreiflich sind – und die CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet erneut einen gewaltigen Dämpfer verpassen dürften. Bei einem Pressetermin im Gebiet der Flutkatastrophe gab Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Statement vor den Kameras ab. Doch statt sich angesichts der unzähligen Toten und der unfassbaren Zerstörung würdevoll zu verhalten, scherzt und lacht Laschet im Hintergrund, hat offenbar riesigen Spaß im Krisengebiet.

Es wirkt beinahe skurril: Beim Pressetermin spricht Bundespräsident Steinmeier mit bedrücktem Gesichtsausdruck von Menschen, „die alles verloren haben, die große Verluste erlitten haben. Dass ihnen Hilfe zuteilwerden soll – und diese Hilfe, die zugesagt ist, soll auch gelten für die Gemeinden, die in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur aufzuräumen haben, sondern die auch vieles wiederherzustellen haben. Straßen, die kaputt sind, Brücken, die verloren gegangen sind.“

Steinmeier hält Trauer-Rede, doch Laschet feixt im Hintergrund

Doch Armin Laschet scheint sich in diesem Moment nicht wirklich zu interessieren: Im Hintergrund steht er mit mehreren Männern, scherzt, feixt, steckt amüsiert die Zunge heraus. Dreht sich mehrfach um und lacht immer wieder. Besonders skurril: Auf der anderen Seite hinter Steinmeier stehen Rettungskräfte, offensichtlich von der Feuerwehr, schauen bedrückt und müde in Richtung Kameras.

Auf Twitter machen Ausschnitte aus dem Video schon die Runde. „Dieses Gefeixe ist angesichts von über 100 Toten menschenverachtend. Diese Mann darf niemals Kanzler werden“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer: „Steinmeier spricht über das Leid der Menschen und sie grinsen sich einen ab!“ In einem Kommentar heißt es: „Unser Staatsoberhaupt gibt ein besonnenes Statement nach einer Naturkatastrophe ab, die viele Menschenleben gekostet hat und Ortschaften verwüstet hat. Und Armin Laschet lacht sich im Hintergrund krumm. Einfach unwürdig.“

Der Pianist Igor Levit sprach von „würdelosem Verhalten“ und der Ex-Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, kritisierte „Pietätlosigkeit“ gegenüber den Opfern.

Und auch in der Bundespolitik entsetzten die Bilder. „Wie Armin Laschet im Hintergrund rumalbert, während der Bundespräsident zu den Opfern spricht, ist ohne Anstand und empörend“, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der „Bild am Sonntag“.

„In Krisenzeiten zeigt sich der Charakter, heißt es. Wer ohne Gespür in solch schwierigen Situationen herumfeixt, der disqualifiziert sich selbst.“ Auch die FDP ging in dem Blatt mit Laschet ins Gericht: „Rheinische Frohnatur in Ehren, aber während der Bundespräsident der Opfer gedenkt herumzualbern ohne Maske, wird dem Ernst der Lage nicht gerecht“, so Fraktions-Vize Michael Theurer.

Stunden nach dem Vorfall entschuldigte sich Laschet per Kurznachrichtendienst Twitter – und zwar für den Eindruck, er habe sich während der Rede von Steinmeier im Hochwassergebiet unangemessen verhalten. Er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei. „Dies war unpassend und es tut mir leid“, schrieb Laschet. „Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben.“

Der NRW-Regierungschef und Unions-Kanzlerkandidat hatte im Katastrophengebiet Direkthilfe für die betroffenen Menschen versprochen und sagte zu, es werde „sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt“. Danach werde man zusammen mit dem Bund „strukturell“ den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen. Am Sonntag wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der schwer verwüsteten Region in Rheinland-Pfalz erwartet.