Kroatien und Ungarn greifen durch: Als erste EU-Länder setzen sie der Preisexplosion an der Zapfsäule enge Grenzen – und zwar sofort.
Regierungen in Kroatien und Ungarn handeln
Kroatien deckelt ab Dienstag (10. März) den Literpreis für Benzin auf 1,50 Euro und für Diesel auf 1,55 Euro. Die Regelung gilt zunächst zwei Wochen. Ohne Eingriff wären die Preise laut Premier Andrej Plenković auf 1,55 Euro (Benzin) oder 1,72 Euro (Diesel) gestiegen. Zusätzlich senkt die Regierung vorübergehend die Energiesteuer auf Diesel.
Ungarn führt „geschützte Preise“ für Diesel und Benzin ein
Ungarn führt ab Mitternacht derweil „geschützte Preise“ ein. Der Preisdeckel werde nur für in Ungarn registrierte Fahrzeuge gelten. Ministerpräsident Viktor Orbán kündigte auch an, dass die Regierung staatliche Reserven freigeben werde.
Demnach kostet in Ungarn 95er-Benzin 1,51 Euro, Diesel 1,56 Euro. „Wir führen einen geschützten Preis für Benzin und Diesel ein, über den die Einzelhandelspreise nicht hinausgehen dürfen“, erklärte Orbán in einer Videobotschaft.
Seit Tagen steigen die Öl- und Gaspreise
Die Öl- und Gaspreise schießen seit Tagen nach oben. Die Sorte Brent sprang erstmals seit Jahren wieder über 100 Dollar. Die Steigerung ist angetrieben von der Eskalation im Irankrieg und einer faktischen Blockade der Straße von Hormus, dem Nadelöhr für rund ein Fünftel des weltweiten Öl‑ und LNG‑Handels.
Gleichzeitig treffen Drohnen- und Raketenangriffe wichtige Energieanlagen am Golf. Katars LNG‑Komplex Ras Laffan stoppte Teile der Produktion, Saudi-Arabiens Großraffinerie Ras Tanura meldete Ausfälle. Folge: Tanker umfahren die Region, Versicherungsprämien explodieren, Frachter ankern.
Einschläge in der Nähe von Raffinerien in Bahrain
Auch Bahrain ist betroffen: Einschläge in der Nähe der Bapco‑Raffinerie heizten die Nervosität weiter an. Der Schiffsverkehr durch Hormus brach zwischenzeitlich auf einen Bruchteil des Normalniveaus ein.




