Düstere Prognose

Expertin warnt bei Lanz vor Finanz-Desaster ab 2029

Schon in wenigen Jahren könnten Sozialausgaben, Zinsen und Verteidigung den Staat lahmlegen. Im Studio kracht es zwischen Expertin und Politikern.

Author - Tobias Esters
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Markus Lanz reagierte sichtlich überrascht auf die Warnung von Veronika Grimm.
Markus Lanz reagierte sichtlich überrascht auf die Warnung von Veronika Grimm.Cornelia Lehmann/ZDF

Es war ein Talkshow-Abend, der vielen Zuschauern noch lange im Magen liegen dürfte. Bei Markus Lanz ging es am Donnerstag um eine knallharte Zukunftsfrage. Wirtschaftsweise Veronika Grimm sorgte mit einer alarmierenden Prognose für spürbare Unruhe im Studio. Schon im Jahr 2029 könnten die Ausgaben für Soziales, Verteidigung und Zinsen sämtliche Einnahmen des Bundes verschlingen. Übersetzt heißt das: Kein Spielraum mehr, kein Geld für neue Projekte, kein finanzieller Atem mehr für den Staat.

Bei Markus Lanz: Alarm vor Schulden-Explosion

Die Ökonomin stellte klar, dass ihre Warnung kein theoretisches Gedankenspiel sei, sondern auf den offiziellen Zahlen der Bundesregierung basiere. Wenn nichts passiere, müsse alles Weitere über neue Schulden finanziert werden. Gleichzeitig kritisierte sie den Dauerstreit zwischen den Parteien. Dieses Gegeneinander schade dem Land massiv und verhindere echte Lösungen.

Selbst Markus Lanz zeigte sich sichtlich schockiert über die Zahlen. Er machte deutlich, wie nah das Jahr 2029 bereits ist und sagte: „Gefühlt ist das ja übermorgen.“

Die Meinungen im Studio prallten hart aufeinander. SPD-Politiker Dirk Wiese gab sich überraschend gelassen. Die mittelfristige Finanzplanung mache ihm keine Angst, erklärte er, man wolle Reformen angehen und das Land aus der politischen Mitte heraus stabil regieren.

Wirtschaftsexpertin Veronika Grimm schlug bei Markus Lanz mit ihrer Prognose Alarm.
Wirtschaftsexpertin Veronika Grimm schlug bei Markus Lanz mit ihrer Prognose Alarm.Screenshot: ZDF/Markus Lanz

Unterstützung bekam Grimm von CDU-Politikerin Wiebke Winter, die die Zahlen als „hochgradig beunruhigend“ bezeichnete und eindringlich fragte, wer am Ende eigentlich die Zinsen und Schulden bezahlen solle. Statt über Kleinigkeiten wie Zahnarztleistungen zu streiten, brauche es endlich grundlegende Reformen.

Debatte bei Markus Lanz: Junge Generation in der Krise

Im Laufe der Sendung weitete sich die Debatte sogar auf die Arbeitsmoral im Land aus. Hintergrund waren frühere Aussagen von Kanzler Friedrich Merz, der längere Arbeitszeiten und mehr Leistungsbereitschaft gefordert hatte.

Viele junge Menschen zweifeln inzwischen daran, ob sich Anstrengung überhaupt noch lohnt, wenn Wohneigentum unerreichbar scheint und die Rente unsicher ist. Zwischen Reformdruck, Zukunftsangst und politischem Schlagabtausch wurde klar, dass die Warnung vor 2029 mehr ist als nur eine Zahl. Sie ist ein Weckruf.

Während Expertinnen Alarm schlagen und die Zeit davonläuft, wirken Teile der Politik noch immer erstaunlich entspannt. Bei „Markus Lanz“ prallten Welten aufeinander – nüchterne Zahlen gegen politische Zuversicht, Reformdruck gegen Durchhalteparolen.

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