Swipen für die Liebe

Liebe und Lust bei Olympia 2026 – Was vom großen Tinder-Hype übrig ist

Vom Liebes-Hype in Rio bis zu den Winterspielen in Mailand. Wie Tinder und andere Dating-Apps, Kondome und Emotionen das Liebesleben der Sportstars prägen.

Author - Tobias Esters
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Sportler nutzen Tinder im olympischen Dorf. Einen ersten Höhepunkt erlebte das Online-Flirten im bei Olympia in Rio.
Sportler nutzen Tinder im olympischen Dorf. Einen ersten Höhepunkt erlebte das Online-Flirten im bei Olympia in Rio.KI/Berliner KURIER

Wenn alle zwei Jahre die besten Sportler der Welt bei den Olympischen Spielen und Winterspielen zusammenkommen, geht es nicht nur um Medaillen, Rekorde und Nationalhymnen. Es geht auch um geheime Romanzen und flüchtige Affären. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro bekam dieses Phänomen eine völlig neue Dimension. Erstmals spielte eine Dating-App die Hauptrolle im Liebesleben der Sportstars: Tinder.

Tinder wurde zum heimlichen Sieger in Rio

Während tagsüber um Bronze, Silber und Gold gekämpft wurde, glühten abends die Smartphone-Bildschirme. Dating-Apps wie Tinder und Bumble erlebten in Rio einen regelrechten Boom. Die Nutzerzahlen in der Stadt stiegen um fast 70 Prozent, rund um das Olympische Dorf sogar um mehr als 120 Prozent.

Die Organisatoren hatten den Liebes-Hype offenbar geahnt. Für die Spiele in Rio wurden unglaubliche 450.000 Kondome verteilt – so viele wie nie zuvor. Im Schnitt bekam jeder Athlet rund 40 Stück. Doch selbst diese riesige Menge reichte oft nicht aus. Reporter berichteten von ständig leeren Automaten, immer wieder musste nachgefüllt werden. Besonders gefragt waren sogar Kondome mit Caipirinha-Geschmack.

Olympisches Dorf in Rio 2016: Hier begann für viele Athleten neben dem Medaillenkampf auch der große Tinder-Hype.
Olympisches Dorf in Rio 2016: Hier begann für viele Athleten neben dem Medaillenkampf auch der große Tinder-Hype.Bildbyran/IMAGO

Dabei gehörten Liebesgeschichten bei Olympia schon immer dazu. Seit 1988 werden bei den Spielen kostenlos Kondome verteilt. Affären und Beziehungen gab es längst. Doch Rio war anders. Zum ersten Mal trafen moderne Technik, soziale Medien und ein junges, attraktives Teilnehmerfeld in dieser Form aufeinander.

Kondom-Rekord bei den Winterspielen 2018

Schon zwei Jahre nach Rio zeigte sich jedoch, dass der große Tinder-Hype kein Selbstläufer war. Bei den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang nutzten viele Athleten zwar weiterhin Dating-Apps, doch die Atmosphäre wirkte deutlich kontrollierter. Trotzdem verteilten die Organisatoren rund 110.000 Kondome – ein Rekord für Winterspiele.

Kein Tinder-Hype 2024 in Paris

2024 in Paris wirkt dieser Hype fast wie aus einer anderen Zeit. Eine US-Ruderin berichtete damals auf TikTok enttäuscht, dass sie kaum andere Olympioniken auf Tinder gefunden habe. Trotz hunderttausender verteilter Kondome blieb der große digitale Flirt-Trubel aus.

Mit Blick auf die aktuellen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo bleibt die große Frage: Kommt der Tinder-Hype noch einmal zurück oder ist die große Olympia-Romanze endgültig Geschichte? Bislang deutet wenig auf ein neues Liebes-Feuerwerk hin. Anders als bei früheren Spielen gibt es diesmal bislang keine Erfolgsmeldungen über riesige Lieferungen an Verhütungsmitteln für das Athletendorf.

Die Liebesstimmung scheint bei Olympia 2026 frostiger zu sein. Die Schweizer Olympioniken haben bereits vermeldet, dass sie im Olympischen Dorf in Cortina keine derartigen Utensilien erhalten hätten. „Für Sodom und Gomorrha bleibt ja auch keine Zeit, die Kräfte sollen eingeteilt werden“, schreibt der Schweizer Tagesanzeiger.