Wenn alle zwei Jahre die besten Sportler der Welt bei den Olympischen Spielen und Winterspielen zusammenkommen, geht es nicht nur um Medaillen, Rekorde und Nationalhymnen. Es geht auch um geheime Romanzen und flüchtige Affären. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro bekam dieses Phänomen eine völlig neue Dimension. Erstmals spielte eine Dating-App die Hauptrolle im Liebesleben der Sportstars: Tinder.
Tinder wurde zum heimlichen Sieger in Rio
Während tagsüber um Bronze, Silber und Gold gekämpft wurde, glühten abends die Smartphone-Bildschirme. Dating-Apps wie Tinder und Bumble erlebten in Rio einen regelrechten Boom. Die Nutzerzahlen in der Stadt stiegen um fast 70 Prozent, rund um das Olympische Dorf sogar um mehr als 120 Prozent.
Die Organisatoren hatten den Liebes-Hype offenbar geahnt. Für die Spiele in Rio wurden unglaubliche 450.000 Kondome verteilt – so viele wie nie zuvor. Im Schnitt bekam jeder Athlet rund 40 Stück. Doch selbst diese riesige Menge reichte oft nicht aus. Reporter berichteten von ständig leeren Automaten, immer wieder musste nachgefüllt werden. Besonders gefragt waren sogar Kondome mit Caipirinha-Geschmack.

Dabei gehörten Liebesgeschichten bei Olympia schon immer dazu. Seit 1988 werden bei den Spielen kostenlos Kondome verteilt. Affären und Beziehungen gab es längst. Doch Rio war anders. Zum ersten Mal trafen moderne Technik, soziale Medien und ein junges, attraktives Teilnehmerfeld in dieser Form aufeinander.
Kondom-Rekord bei den Winterspielen 2018
Schon zwei Jahre nach Rio zeigte sich jedoch, dass der große Tinder-Hype kein Selbstläufer war. Bei den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang nutzten viele Athleten zwar weiterhin Dating-Apps, doch die Atmosphäre wirkte deutlich kontrollierter. Trotzdem verteilten die Organisatoren rund 110.000 Kondome – ein Rekord für Winterspiele.
Kein Tinder-Hype 2024 in Paris
2024 in Paris wirkt dieser Hype fast wie aus einer anderen Zeit. Eine US-Ruderin berichtete damals auf TikTok enttäuscht, dass sie kaum andere Olympioniken auf Tinder gefunden habe. Trotz hunderttausender verteilter Kondome blieb der große digitale Flirt-Trubel aus.




