Anzeigen von Plüschtieren, Spielzeug oder Möbelstücken mit extrem hohen Preisen und Altersangaben und Beschreibungen wie „10 Monate“, „110 cm“ und „weiblich“ sorgen im Netz für Panik. Sind die Posts auf der beliebten Secondhand-Plattform versteckte Anzeichen für Kinderhandel? Der KURIER hat bei Vinted nachgefragt, was hinter den irritierenden Inseraten steckt.
Virale Screenshots sorgen für Aufregung
In sozialen Netzwerken kursieren derzeit Bilder von Vinted-Angeboten, die viele Nutzer verstören. Zu sehen sind Spielzeug, Puppen oder Möbelstücke, oft mit extrem hohen Preisen und Angaben wie „6 Jahre / 110 cm“ oder „10 Monate / 70 cm“.

Viele User behaupten nun, bei den Anzeigen handele es sich um versteckte Anzeigen für Kinderhandel. Ähnliche Gerüchte hatte es schon früher rund um Plattformen wie Wayfair oder Etsy gegeben.
Vinted stellt klar: Keine Hinweise auf Straftaten
Die Plattform selbst widerspricht den Vorwürfen deutlich. Ein Sprecher erklärt: „Uns sind die derzeit online zirkulierenden Anzeigen bekannt. Nach unseren aktuellen Untersuchungen haben wir jedoch keinerlei Beweise gefunden, die diese Angebote mit Kinderhandel in Verbindung bringen.“ Auch ein unabhängiger Faktencheck kommt laut Unternehmen zum gleichen Ergebnis.
Ein Teil der auffälligen Angebote geht laut Vinted auf gezielte Täuschung zurück: Teilweise handele es sich bei den Fällen „leider schlicht um Trolling und gezielte Falschmeldungen, die darauf ausgelegt sind, viral zu gehen“. Diese Inhalte würden bewusst verbreitet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Nutzer zu verunsichern.
Plattform ruft zum Melden auf
Vinted betont, man nehme mögliche Verstöße sehr ernst. Verdächtige Angebote können gemeldet werden, anschließend prüft das Unternehmen jeden Fall: „Wir greifen jedes Mal ein, wenn wir auf eine verdächtige Anzeige aufmerksam werden – sowohl durch unsere eigenen Erkennungstools als auch durch Meldungen unserer Mitglieder – und prüfen jeden Fall sorgfältig.“ Falls notwendig, arbeite man auch mit Behörden zusammen.


