Wenn die Thüringer Unternehmerin Daniela Koch (46) aus Weimar über ihre Tochter Lotta (8) spricht, beginnt sie automatisch zu lächeln. „Sie hat 80 Barbie-Puppen“, sagt sie, als wäre das die normalste Sache der Welt. „Und natürlich viele Barbie-Häuser.“ Ein Kinderzimmer, das aussieht wie ein rosafarbenes Wunderland. Doch irgendwann passierte etwas, womit selbst die kleine Lotta nicht gerechnet hatte: Mama zog nach. Und zwar nicht mit einer weiteren Puppe – sondern mit einem echten Barbie-Haus. Einem Haus, in das man hineinlaufen kann. Einem Haus, das aussieht, als hätte Barbie persönlich die Wände gestrichen.
Barbie-Haus ist das einzige seiner Art in Deutschland
„Ich glaube, mein Haus ist das einzige seiner Art in Deutschland“, sagt Daniela und klingt dabei ein bisschen stolz, ein bisschen ungläubig und ein bisschen wie ein Mädchen, das gerade seinen größten Traum erfüllt hat. Das pinkfarbene Schmuckstück steht in Baabe auf Rügen, ihrer Lieblingsinsel. „Ich mag Rosa, genau wie Lotta“, sagt sie und lacht.
„Wir spielen oft zusammen in ihrem Zimmer – mit Puppen, mit dem Barbie-Zubehör. Das macht uns beiden Spaß.“ Und irgendwann, so erzählt sie, habe sie sich gefragt: Warum eigentlich nur im Kinderzimmer träumen?
Der Gedanke ließ sie nicht mehr los. Ein Ferienhaus auf Rügen – das war schon lange ihr Wunsch. Und dann, im Oktober, stand es plötzlich da: ein kleines Häuschen in Baabe, nur 90 Meter vom schneeweißen Ostseestrand entfernt. Ein Häuschen, das sie ansah, als würde es flüstern: Mach mich schön. Mach mich pink. Daniela hörte zu. Und sie handelte.

Eine mittlere sechsstellige Summe investierte sie – und verwandelte das Haus in ein überdimensionales Barbie-Paradies. Innen 90 Quadratmeter, außen ein Farbton, der irgendwo zwischen Zuckerwatte, Erdbeereis und Lottas Lieblingskleid liegt. „Alle Möbel sind vom Tischler“, sagt sie. „Ich wollte nichts von der Stange. Es sollte einzigartig werden.“ Und das ist es geworden.
Wer das Barbie-Haus betritt, stolpert in eine Fantasiewelt
Wer das Haus betritt, hat das Gefühl, in eine Fantasiewelt zu stolpern. Zarte Rosatöne, die aussehen, als hätte jemand den Sonnenuntergang eingefangen. Dazu skurrile Hingucker, die man so schnell nicht vergisst: ein rosa Haifisch, der aus der Wand zu springen scheint, eine XXL-Krabbenskulptur, die aussieht, als wolle sie gleich über den Boden krabbeln. Selbst das Toilettenpapier ist rosa – ein Detail, das Daniela besonders amüsiert. „Wenn schon, denn schon“, sagt sie und zwinkert.

Draußen steht eine pinke Telefonzelle, die aussieht, als hätte Barbie sie auf dem Weg zum Strand vergessen. Daneben Steinskulpturen, die im Sonnenlicht glitzern. Ein halbes Jahr lang hat Daniela gewerkelt, geplant, gestrichen, dekoriert. „Es war viel Arbeit“, sagt sie, „aber es hat sich gelohnt.“ Heute wirkt das Haus, als wäre es direkt aus einem Filmset gefallen – irgendwo zwischen Malibu und Ostsee.
Bis zu sechs Urlauber können hier wohnen. Und ja, es gibt tatsächlich ein Zimmer, das nicht rosa ist. „Das ist blau“, sagt Daniela und lacht. „Ich habe an die Männer gedacht. Mein Ferienhaus hat nicht nur Platz für Barbies, sondern auch für Kens.“ Das Zimmer wirkt wie eine kleine Insel der Normalität – ein Ort, an dem man kurz durchatmen kann, bevor man wieder in die rosafarbene Traumwelt eintaucht.

Seit April kann man das Barbie-Haus auf Rügen buchen
Seit dem 1. April 2025 ist das Haus buchbar. Und Daniela wurde überrollt. „Ich wurde mit Anfragen förmlich überrannt“, sagt sie. „Ich hätte nie gedacht, dass es so einschlägt.“ Der Sommer ist fast komplett ausgebucht. Die Preise liegen je nach Saison zwischen 120 und 270 Euro pro Nacht – und offenbar ist das für viele Fans kein Hindernis. „Die Leute wollen etwas Besonderes“, sagt Daniela. „Und das ist es ja auch.“
Sie hat dem Haus sogar einen eigenen Namen gegeben: „Pink und Meer“. Ein Wortspiel, das so gut passt, dass man sich fragt, warum es nicht schon längst jemand benutzt hat. Es klingt nach Urlaub, nach Leichtigkeit, nach einem Ort, an dem Erwachsene wieder zu Kindern werden dürfen.

Wenn Daniela durch ihr Haus geht, streicht sie manchmal über die Möbel, als wollte sie sich vergewissern, dass alles echt ist. „Ich habe mir damit einen Traum erfüllt“, sagt sie. „Und ich freue mich, wenn andere Menschen hier genauso glücklich sind wie wir.“ Lotta jedenfalls ist begeistert. „Sie sagt immer: Mama, du hast das schönste Barbie-Haus der Welt.“ Und Daniela? Sie lächelt. „Vielleicht hat sie recht.“




